• Deutsches PEN-Zentrum: PEN warnt vor zunehmender Bedrohung deutscher Autorinnen und Autoren

Deutsches PEN-Zentrum : PEN warnt vor zunehmender Bedrohung deutscher Autorinnen und Autoren

"NSU 2.0" und die Folgen: Autorenvereinigung beobachtet Einschüchterung und Hass gegenüber Schriftstellern und Journalisten.

Protest aus Vor-Coronazeiten: ein Motivwagen beim Karnevalumzug am Rosenmontag in Düsseldorf.
Protest aus Vor-Coronazeiten: ein Motivwagen beim Karnevalumzug am Rosenmontag in Düsseldorf.Foto: Bernd Thissen/dpa

Der deutsche PEN beobachtet eine zunehmende Bedrohung von Autorinnen und Autoren in Deutschland. Viele von ihnen hätten in den letzten Jahren "Bedrohungen, Einschüchterungsversuche und hasserfüllte Reaktionen erfahren müssen“, erklärte der Vizepräsident des deutschen PEN-Zentrums, Ralf Nestmeyer, in Darmstadt.

Anlass ist das Bekanntwerden einer Serie von rechtsextremen Drohmails an Journalisten, Künstler und Politiker, die mit „NSU 2.0“ unterzeichnet sind. Die Drohschreiben verweisen damit auf die rechtsterroristische Vereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU), die von 2000 bis 2007 neun Migranten und eine Polizistin in Deutschland ermordete.

Das PEN-Zentrum forderte Ermittlungsbehörden und Verfassungsschutz auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den oder die Urheber der Drohschreiben zu ermitteln. Die bedrohten Journalisten, Künstler und Politiker zu schützen, gleiche einer „Verteidigung unserer demokratischen Grundrechte“.

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Der deutsche PEN hatte im Oktober 2018 die Studie „Das freie Wort unter Druck“ durchgeführt, zusammen mit dem Medienforschungsinstitut der Universität Rostock.

Studie 2018: Hate-Speech schränkt Freiheit des Wortes zunehmen ein

Diese Untersuchung habe aufzeigt, „dass durch Hate-Speech die Freiheit des Wortes in Deutschland zunehmend eingeschränkt wird und sich zahlreiche Medienschaffende dadurch sogar einer Selbstzensur unterwerfen“.

Das deutsche PEN-Zentrum ist eine von weltweit etwa 150 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International zusammengeschlossen sind. PEN steht für Poets, Essayists, Novelists. Die 1921 in England gegründete Vereinigung sieht sich als Anwalt des freien Wortes und als Stimme verfolgter Schriftsteller. (KNA)

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