Die 20 besten Bücher des Jahres : Longlist für Deutschen Buchpreis bekanntgegeben

Neben bekannten Namen wie Thomas Hettche und Robert Seethaler sind auch einige spannende Newcomer dabei.

Chronist der Gegenwart. Leif Randt gelang mit „Allegro Pastell“ ein starkes Debüt.
Chronist der Gegenwart. Leif Randt gelang mit „Allegro Pastell“ ein starkes Debüt.Foto: Zuzanna Kaluzna/dpa

Während im realen Leben Corona das alles beherrschende Thema ist, ist die Literatur vielfältig wie selten zuvor: Diese Bilanz zog die Jury für den Deutschen Buchpreis am Dienstag bei der Bekanntgabe der Longlist in Frankfurt. Die Literaturexperten haben aus mehr als 200 Einsendungen die aus ihrer Sicht 20 besten Bücher des Jahres ausgewählt.

Auf der Longlist stehen einige bekannte Namen. Neben Thomas Hettche („Herzfaden“), Leif Randt („Allegro Pastell“) und Robert Seethaler („Der letzte Satz“) ist auch Frank Witzel erneut dabei. Er hatte für „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ im Jahr 2015 den Deutschen Buchpreis bekommen.

Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Helena Adler: Die Infantin trägt den Scheitel links (Jung und Jung, Februar 2020)
  • Birgit Birnbacher: Ich an meiner Seite (Paul Zsolnay, März 2020)
  • Bov Bjerg: Serpentinen (Claassen, Januar 2020)
  • Arno Camenisch: Goldene Jahre (Engeler, Mai 2020)
  • Roman Ehrlich: Malé (S. Fischer, September 2020)
  • Dorothee Elmiger: Aus der Zuckerfabrik (Carl Hanser, August 2020)
  • Valerie Fritsch: Herzklappen von Johnson & Johnson (Suhrkamp, Februar 2020)
  • Thomas Hettche: Herzfaden (Kiepenheuer & Witsch, September 2020)
  • Charles Lewinsky: Der Halbbart (Diogenes, August 2020)
  • Deniz Ohde: Streulicht (Suhrkamp, August 2020)
  • Leif Randt: Allegro Pastell (Kiepenheuer & Witsch, März 2020)
  • Stephan Roiss: Triceratops (Kremayr & Scheriau, August 2020)
  • Robert Seethaler: Der letzte Satz (Hanser Berlin, August 2020)
  • Eva Sichelschmidt: Bis wieder einer weint (Rowohlt Hundert Augen, Januar 2020)
  • Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2020)
  • Olivia Wenzel: 1000 Serpentinen Angst (S. Fischer, März 2020)
  • Frank Witzel: Inniger Schiffbruch (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2020)
  • Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt (Klett-Cotta, August 2020)
  • Jens Wonneberger: Mission Pflaumenbaum (Müry Salzmann, Oktober 2019)
  • Christine Wunnicke: Die Dame mit der bemalten Hand (Berenberg, August 2020)

Viele Romane der Longlist seien biografisch oder autobiografisch, sagte Jurysprecherin Hanna Engelmeier. Stark vertreten seien auch historische Themen. Einige widmeten sich aktuellen „identitätspolitischen Debatten“.

Andere versuchten, mit der Form des Romans zu experimentieren. „Im Gegensatz zur Lektüre der Nachrichten der vergangenen Monate bot die Beschäftigung mit den über 200 eingereichten Titeln vielfältige Lichtblicke“, sagte Engelmeier.

Am 15. September wird die Liste auf sechs Titel - die Shortlist - verkürzt. Der Sieger wird am Vorabend der Frankfurter Buchmesse, am 12. Oktober, verkündet. Der Preis ist mit insgesamt 37 500 Euro dotiert: Der Sieger erhält 25 000 Euro, die übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2500 Euro. (dpa)

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