Dieter Krieg Ausstellung : Kampf auf der Leinwand

Die Formate seiner Leidenschaft sprengen jede Wand: Gemälde des Monstermalers Dieter Krieg in der Galerie Klaus Gerrit Friese.

Ansicht der "Allen Malern herzlichen Dank"-Schau mit Werken von Dieter Krieg.
Ansicht der "Allen Malern herzlichen Dank"-Schau mit Werken von Dieter Krieg.Foto: Galerie Klaus Gerrit Friese

Kreuz, Krautkopf, Spiegelei: Dieter Krieg suchte den Gegenstand in der Malerei, aber das sieht man erst beim dritten Anlauf. Schon weil die Formate seiner Leidenschaft jede Wand sprengen und sich vieles nur aus der Distanz erschließt. Fünf Meter misst das größte Bild in der Galerie Klaus Gerrit Friese (Meierottostraße 1), die vergangenen Samstag ein letztes Mal ihre Ausstellung "Allen Malern herzlichen Dank" öffnete, bevor alles abgehängt wird. Dabei muss man gesehen haben, mit welcher Selbstverständlichkeit der 2005 verstorbene, langjährige Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie den nichtigsten Dingen in XXL Gestalt verleiht. Mit Furor, der sich am Abbild entzündet und es zugleich mit aller Macht auflösen will. Und mit Farbe, so dick, dass sie auch jetzt noch aus den Bildern zu fließen droht.

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Die Konsequenz ist ein Kampf auf der Leinwand. Ein konstruktiver, denn Dieter Krieg ist weniger malender Berserker als philosophierender Feingeist, der die Strömungen der Nachkriegsmoderne auf den Prüfstand holt. Dafür sprechen Arbeiten wie jene Performance von 1975, die der Ausstellung ihren Titel gibt. Damals ließ Krieg ein ganzes Künstler-Lexikon vorlesen: endlose Listen von Namen, in deren Tradition er sich sah. Er gilt als Vertreter der Neuen Figuration, die in den sechziger Jahren ein Gegenwicht zur beherrschenden Abstraktion formulierte. Tatsächlich sorgte Krieg nur für Balance.

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