Kultur : Donnerwetter für die Donnerparty

Die Huber-Auktion erzielt Rekorde – und zieht den Groll von Galeristen auf sich

Matthias Thibaut

Er wolle vor allem den Sammlern eine Chance geben, hatte der Genfer Händler Pierre Huber zur Auktion von 78 Kunstobjekten seiner Privatsammlung behauptet. Aber es waren dann oft die Galerien der Künstler, die bei der New Yorker Christie’s-Auktion in dieser Woche mitsteigerten – viele empört über die Auktion, bei der sich Huber nach Ansicht von Künstlern und Galeristen wie ein Spekulant benommen hat. Einige forderten schon, dass man ihm den Zugang zur Basler Messe sperrt, weil er sich mit dem Auktionshaus Christie’s zusammengetan hatte, um in einer erhitzten Marktsituation einen maximalen Gewinn zu erzielen. Das Ergebnis lag mit 16,7 Millionen Dollar leicht über Taxe – und es gab die erwartete Fülle von Auktionsrekorden, schon weil solche Kunst eigentlich nie versteigert wird. Top-Los wurde eine Serie von On Kawara mit zehn Datumsbildern für 1,94 Millionen Dollar – Kawara hatte sie Huber in der Annahme verkauft, sie gehe in ein Museum.

Bei den anderen musealen Objekten stieg Paul McCarthys „Bear and Rabbit“ auf 1,5 Millionen Dollar, Mike Kelleys „Testroom“ erzielte 1,1 Millionen und Jim Shaws „Donnerparty“ 656 000 Dollar. Auch Albert Oehlens Abstraktion „Born to be Late“ (2001) erzielte mit 552 000 Dollar einen neuen Höchstpreis für den Künstler.

Insgesamt strömte in allen vier Contemporary-Auktionen bei Christie’s, Sotheby’s und Phillips das Geld ungestört von den Turbulenzen am Aktienmarkt. Der Maler George Condo ist weiter im Kommen: Bei Sotheby’s versechsfachte eines seiner Bilder mit 216 000 Dollar seinen Schätzpreis. Bei Phillips wurde eine Guggenheim-Fotografie von Hiroshi Sugimoto mit 262 400 Dollar zum Top-Los .

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