Drake, Gang Gang Dance, Ray Davies : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jede Woche stellen vier Popkritiker/-innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Drake, Gang Gang Dance, Ray Davies und Let's Eat Grandma.

Sein Gejammer kommt von Herzen. Der kanadische Rapper Drake
Sein Gejammer kommt von Herzen. Der kanadische Rapper DrakeFoto: AFP/Aaron M Sprecher

Drake: Scorpion (Republic)

Was hat er nur, dieser kanadische Rapper, dass ihm die Millionen bedingungslos folgen? Sein neues Album stellte am Erscheinungswochenende wieder Streaming-Rekorde auf. 25 Tracks, die mal einen etwas raueren, dann doch aber meist gefühligen Mann hören lassen, dessen Gejammer offenbar von Herzen kommt. Vielleicht ist das sein Geheimnis. Musikalisch ist das an Ödnis aber kaum zu überbieten. Andreas Müller, Moderator

Gang Gang Dance: Kazuashita (4AD/Beggars)

Eine Welt ohne Grenzen: Wenigstens in der Musik gibt es sie noch. Zum Beispiel bei den New Yorker Techno-Hippies von Gang Gang Dance. Auf „Kazuashita“, ihrem ersten Album seit sieben Jahren, reisen wir einmal rund um den Globus; es rumpelt, blubbert, schnickert und schnuckelt in allen nur denkbaren Klang- und Beatsprachen: ganz großer, auch melodisch toller Ethnokitsch. Jens Balzer, Musikjournalist

Ray Davies: Our Country. Americana Act II (Legacy/Sony)

Der britischste aller Songwriter, Kinks-Kopf Ray Davies, hat einige Jahre in den USA gelebt, was ihn zu einem Film, einem Buch sowie zu zwei Alben inspirierte, auf denen er sein Verhältnis zum Land seiner musikalischen Vorbilder reflektiert. Auch beim zweiten „Americana“- Werk wird er von den Alt-Country-Helden The Jayhawks begleitet, die sich zu seinen Texten durch viele Stilarten amerikanischer Musik spielen. Maik Brüggemeyer, Rolling Stone

Let’s Eat Grandma: I’m All Ears (Transgressive Records)

Melancholischer Bubblegum-Weirdo-Pop mit sommerlichen Klängen, irgendwo zwischen Bristol und Brighton. Mit 18 Jahren haben die Kindergartenfreundinnen Rosa Walton und Jenny Hollingworth schon ihr zweites Album aufgenommen, elf Tracks mit Indie-Feeling in Mainstream-Produktion. Elfenhafter Zwillingsgesang unterlegt mit 80er-Synthies und Breakbeats, very British, very nice. Anke Myrrhe, Tagesspiegel

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