• Ein Sommer ohne Festivals: Wacken, Hurricane und Deichbrand wegen Coronavirus abgesagt

Ein Sommer ohne Festivals : Wacken, Hurricane und Deichbrand wegen Coronavirus abgesagt

Der Festivalsommer 2020 hätte so schön werden können. Doch wegen der Corona-Epidemie sind Festivals nun verboten. Ob Tickets erstattet werden, ist noch unklar.

Einmal im Jahr ausflippen: Ein Metal-Fan lässt sich beim Heavy-Metal-Festival Wacken durch die Menge tragen.
Einmal im Jahr ausflippen: Ein Metal-Fan lässt sich beim Heavy-Metal-Festival Wacken durch die Menge tragen.Foto: picture alliance / dpa

Der Lieblingsband unter freiem Himmel zuhören, das Feuerzeug in die Höhe strecken, mit Bierdose am Campingplatz sitzen - der Festivalsommer 2020 hätte so schön werden können. Doch die Coronavirus-Epidemie bringt die Planung der Musikfans nun gehörig durcheinander. Festivals wird es bis mindestens 31. August nicht geben.

Ein paar Besucher des Fusion-Festivals sitzen im Gras und warten auf den Sonnenuntergang.
Ein paar Besucher des Fusion-Festivals sitzen im Gras und warten auf den Sonnenuntergang.Foto: imago images/Frank Brexel

Die Festivals Hurricane, Southside, Deichbrand, Elbjazz, Limestone, Highfield und M'era Luna sind wegen der Coronavirus-Krise abgesagt. Sie müssen „aufgrund des bundesweiten Veranstaltungsverbots bis zum 31. August 2020“ ausfallen, wie der Veranstalter FKP Scorpio am Mittwochabend mitteilte. Ob Ticketinhaber ihr Geld zurückbekommen, blieb zunächst offen.

„Unsere Gäste können sich sicher sein, dass wir sie schnellstmöglich und umfassend über weitere Schritte informieren werden“, hieß es. „Für viele Musikfans sind unsere Festivals lang herbeigesehnte Höhepunkte des Jahres, die in dieser noch nie da gewesenen Ausnahmesituation dennoch ganz klein scheinen“, erklärte der FKP-Scorpio-Geschäftsführer Stephan Thanscheidt.

Auch das Heavy-Metal-Festival im schleswig-holsteinischen Wacken wird nicht stattfinden. „Wir stehen vor einer Situation, wie wir sie in 30 Jahren noch nicht erlebt haben, denn wir müssen schweren Herzens mitteilen, dass es in diesem Jahr leider kein Wacken Open Air geben wird“, sagte Festival-Mitbegründer Holger Hübner am Donnerstag. Grund ist die von Bund und Schleswig-Holstein geplante Absage von Großveranstaltungen bis zum 31. August.

Festivalbesucher feiern auf dem Hurricane Festival in Niedersachsen.
Festivalbesucher feiern auf dem Hurricane Festival in Niedersachsen.Foto: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Des Festival sollte ursprünglich vom 30. Juli bis 1. August 2020 stattfinden. „Unser gesamtes Team hat auch in den letzten Monaten intensiv an dem Festival gearbeitet. Desto mehr sind wir alle enttäuscht, dass wir in diesem Jahr kein Wacken Open Air mit unseren Besuchern und den Bands feiern dürfen“, sagte Hübner. Mitbegründer Thomas Jensen sagte: „Diese Nachricht trifft uns tief und muss auch von uns erst einmal verarbeitet werden.“ Dennoch trügen die Organisatoren „in dieser für die gesamte Welt schwierigen Lage die Entscheidung der Bundesregierung mit“.

Umgang mit Tickets noch unklar

Zum Umgang mit den bereits verkauften Tickets für das Festival und den Plänen für 2021 wollen sich die Organisatoren „so bald wie möglich äußern, bitten hierfür aber um etwas Geduld“, hieß es. In den vergangenen Jahren haben jeweils etwa 75 000 Metalfans die Veranstaltung im Norden besucht.

Freitags nachts auf der Tanzwüste beim Fusion Festival in Lärz 2016.
Freitags nachts auf der Tanzwüste beim Fusion Festival in Lärz 2016.Foto: imago images/Frank Brexel

Das Fusion-Festival wurde bereits vor einigen Tagen abgesagt. „Angesichts der Lage und der Aussichten, die wir jetzt sehen, können wir das Festival in diesem Jahr nicht durchführen“, teilten die Veranstalter vergangene Woche auf der Internetseite mit. Das nächste Fusion-Festival soll den Angaben zufolge vom 30. Juni bis zum 4. Juli 2021 stattfinden. Das Festival mit Musik, Theater und Kunstperformances war nach Veranstalterangaben mit rund 70.000 Tickets bereits ausverkauft.

Die Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen bis mindestens zum 31. August hatten die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder zuvor am Mittwoch beschlossen. (Tsp/dpa)

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