Elisabeth Kmölniger : Zeichnerin und Fotografin Elisabeth Kmölniger gestorben

Eine erschütternde Nachricht: Die Illustratorin Elisabeth Kmölniger hat sich im Alter von 70 Jahren in Wien das Leben genommen. Sie lebte seit 1980 in Berlin.

Die österreichische Zeichnerin und Fotografin Elisabeth Kmölniger ist tot. Sie nahm sich am 24. Januar im Alter von 70 Jahren das Leben, laut Todesanzeige in der "FAZ" auf dem Wiener Zentralfriedhof. Kmölniger, 1947 in Kärnten geboren, lebte seit 1980 in Berlin, bis zuletzt gemeinsam mit ihrer langjährigen Lebensgefährtin Gabriele Goettle.

Die Künstlerin hatte viele Jahre die Illustrationen zu Goettles "taz"-Reportagen geschaffen, Cartoons wie Fotografien. Gemeinsam brachten die beiden die Bände "Berliner Sitten", "Deutsche Bräuche", "Die Ärmsten! Wahre Geschichten aus dem arbeitslosen Leben" mit Reportagen aus Wärmestuben und Suppenküchen sowie "Die Experten" heraus. Kmölniger, die zunächst an der Wiener Akademie der Künste Malerei studiert hatte, veröffentlichte in den 80er Jahren mehrere Bände mit Cartoons und Zeichnungen, darunter bei Zweitauseindeins. Linke Themen, Feminismus, Anti-Akw, Kirchen-Kritik: Ihre Arbeiten zeichneten sich durch einen feinen, scharfen, unbestechlichen Strich aus. Für die Wiener Monatszeitschrift "FORVM" zeichnete sie ab 1978 die Titelblätter und zahlreiche Comics in in allen Ausgaben, bis zur Einstellung des Magazins 1995.

Als Karikaturistin zeichnete sie stets mit "kmö"

Die freischaffende Künstlerin arbeitete seit 1980 für verschiedene Medien, ihre Cartoons signierte sie stets mit "kmö". Neben der "taz" gehörte auch die Arbeitsgemeinschaft "Atomkraftfreie Zukunft" und das Projekt "Die endlose Katastrophe. Das Fukushima-Desaster im Überblick" zu ihren Auftraggebern.

"Wir, ihre Freunde, sind entsetzt, fassungslos, unglücklich und untröstlich über ihren einsamen und grauenhaften Tod", heißt es in der Todesanzeige. Kmölniger habe keinen Abschied genommen, keine Begründung hinterlassen. "Wir müssen es akzeptieren und ohne sie weiterleben". Tsp

Hilfe bei Depressionen und in Krisensituationen: Die Berliner Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, sie berät auch Angehörige und Freunde Betroffener anonym: 0800-1110111, www.telefonseelsorge-berlin.de

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