• Festivals in Zeiten der Pandemie: Poesiefestival und "48 Stunden Neukölln" ziehen ins Netz

Festivals in Zeiten der Pandemie : Poesiefestival und "48 Stunden Neukölln" ziehen ins Netz

In den Herbst verschieben oder ins Internet verlegen? Das Berliner Poesiefestival und das Kunstfestival "48 Stunden Neukölln" versuchen Letzteres.

Auch die Werbung für das Kunstfestival "48 Stunden Neukölln" soll jetzt überwiegend im Netz stattfinden.
Auch die Werbung für das Kunstfestival "48 Stunden Neukölln" soll jetzt überwiegend im Netz stattfinden.Foto: Imago/martin Müller

Das Berliner Poesiefestival wird ins Internet verlegt. Zwischen dem 5. und 11. Juni können sich Besucher etwa Interviews und Debatten statt vor Ort als Stream anschauen. „Uns wurde schmerzlich bewusst, dass wir das Poesiefestival Berlin im analogen Raum absagen müssen“, sagte Veranstalter Thomas Wohlfahrt am Dienstag.

"In der Fähigkeit der Dichtung, Wirklichkeit mit Sprache zu erfassen, kann Poesie unmittelbar zu den Menschen sprechen und als wendige Gattung kreativ auf die Krise reagieren," heißt es auf der Webseite des Festivals. Unter dem Motto Planet P soll ein internationales Programm mit Autorinnen und Autoren von vier Kontinenten präsentiert werden. Länderschwerpunkt ist in diesem Jahr Kanada.

Wegen der Corona-Pandemie müssen derzeit weltweit Veranstaltungen gecancelt werden. Das Festival online zu zeigen, sei aber kein „verzweifelter Ersatz“. Jedes Jahr kommen nach Angaben der Veranstalter bis zu 13 000 Menschen zu der Festwoche.

Auch das Kunstfestival „48 Stunden Neukölln“ soll vom 19. bis 21. Juni digital stattfinden. Menschen könnten „eine künstlerische Reflexion der Ereignisse“ dringend brauchen, so die Veranstalter. Gemeinsam werde man neue Wege der Kunstpräsentation beschreiten, das sei eine Herausforderung, aber auch eine große Chance, sagten die Festivalleiter Martin Steffens und Thorsten Schlenger.

Besuche im Atelier könnten etwa per Videochat organisiert werden. Einzig Werbung an Litfaßsäulen und in Schaufenstern soll weiter analog gezeigt werden. Ein Festivalsprecher betonte: „Menschen sollen sich dort aber nicht versammeln.“

Das Motto-Thema lautet weiterhin „Boom“, wird aber ergänzt durch „#systemrelevant“. So will das Kunstfestival sich der Frage widmen, "welchen Beitrag Kunst und Kultur in den Zeiten der Krise leisten kann.“ (dpa/Tsp)

 

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