Film : Käutner-Preis für Berlinale-Chef Kosslick

Dieter Kosslick hat den renommierten Helmut-Käutner-Preis der Stadt Düsseldorf erhalten. "Als Netzwerker ist er ein Berserker", lobte der Laudator.

Düsseldorf/Berlin - Die mit 8000 Euro dotierte Auszeichnung gehe an "eine Persönlichkeit, die sich in mehr als zwei Jahrzehnten für die deutsche Filmkultur eingesetzt hat", heißt es in der Verleihungsurkunde. Als Filmförderer habe er gerade jungen Filmemachern eine Chance gebeben und als Leiter der Internationalen Berliner Filmfestspiele "der Renaissance des deutschen Films das dringend notwendige Schaufenster und damit eine große Wirkung im In- und Ausland verschafft".

Der Direktor der Landesmedienanstalt NRW, Prof. Norbert Schneider, nannte Kosslick in einer humorvollen Laudatio "den ersten Filmförderer mit triadischem Ansatz" der als "Lehrer" Talente erkannt, als "Bergmann" zu Tage gefördert und auch "jenseits von Kunst und Kasse" seine "Fürsorge aus Hoffnung" habe walten lassen. Im Filmgeschäft habe er die "Finanzierungslücke zwischen Deutschland und Europa" erkannt, beschrieben und als Förderer auch gleich selbst geschlossen: "Als Netzwerker ist er ein Berserker!"

Kosslick betonte, es sei Verdienst vieler in Fördergremien und bei der Berlinale, dass der deutsche Film zu neuem Selbstvertrauen und internationalem Ruf gefunden habe. Hier habe auch die Politik über Parteigrenzen hinweg Verdienste erworben.

Berlinale-Leiter seit 2001

Von 1992 an war Kosslick, der 1948 in Pforzheim geboren wurde, Geschäftsführer der neu gegründeten Filmstiftung NRW; acht Jahre später wurde er Biennale-Leiter. Der ehemalige Redakteur der Zeitschrift "KONKRET" war seit 1983 in verschiedenen Einrichtungen der Filmförderung tätig. Seit Mai 2001 ist Kosslick Leiter der Internationalen Berliner Filmfestspiele.

Der an Filmschaffende vergebene Helmut-Käutner-Preis wird 2007 zum elften Mal verliehen und erinnert an den in Düsseldorf geborenen Regisseur Helmut Käutner (1908- 1980), der mit Filmen wie "Die Große Freiheit Nr. 7" oder "Des Teufels General" bekannt geworden ist. Zuletzt hatte 2004 der Filmregisseur Wim Wenders die angesehene Auszeichnung erhalten. Weitere Preisträger waren die Schauspielerinnen Hildegard Knef und Hannelore Hoger sowie der Medienkritiker Rudolf Arnheim. (tso/dpa)

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