Folkwang-Museum Essen : "Kunst schon vom Taxi aus sichtbar"

In Berlin werden David Chipperfields Planungen für die Museumsinsel kontrovers diskutiert. In Essen stellte Chipperfield jetzt seine Baupläne für das neue Folkwang-Museum vor.

Essen - Größtmögliche Offenheit und Klarheit soll nach den Vorstellungen des britischen Architekten David Chipperfield den Neubau des Museums Folkwang in Essen bestimmen. Mit seinem Entwurf für das traditionsreiche Museum wolle er "die Kunst so zugänglich und attraktiv für die Bürger machen wie möglich", sagte der Londoner Star-Architekt in Essen bei der Präsentation seiner Baupläne. Chipperfield war von einer Jury unter zwölf internationalen Architektur-Büros für den Museums-Neubau ausgewählt worden, der im Herbst 2009 fertig sein soll und mit 55 Millionen Euro von der Krupp-Stiftung finanziert wird.

Von Mittwoch an (bis 9. April) sind alle zwölf Entwürfe, darunter auch Planungen von Zaha Hadid (London) oder den Kanzleramts-Bauern Schultes Frank Architekten (Berlin), im Folkwang-Museum als Pläne und Modelle ausgestellt. Der an der Baukunst der Klassischen Moderne orientierte Chipperfield hat für das Kunsthaus drei durch Innenhöfe verbundene kubische Gebäude vorgesehen. Ein denkmalgeschützter Altbau der 60er Jahre von großer Transparenz sei bei seiner Planung "das DNA für die Erweiterung" gewesen, aus dem sich seine Vorstellungen entwickelt hätten.

Nach seiner Idealvorstellung solle im Museum bei der Anfahrt "die Kunst schon vom Taxi aus sichtbar sein", kommentierte Chipperfield seine Ideen. Museumsbau habe für ihn "eine besondere Magie", meinte der Architekt, dessen Planungen für die Museumsinsel in Berlin derzeit kontrovers diskutiert werden. Museen hätten steigende Bedeutung als "einer der letzten öffentlichen und sozialen Plätze unserer Städte". Von der Fassade des neuen Essener Hauses aus glänzender Glaskeramik erhofft sich Chipperfield "eine helle und optimistische Atmosphäre - auch bei Regen und im Winter." (tso/dpa)

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