Gemälde, Zeichnungen, Grafiken : Preußenstiftung erhält Beckmann-Schenkung

Eine Vielzahl an Arbeiten von Max Beckmann gehen als Vermächtnis an die Nationalgalerie und das Kupferstichkabinett, darunter das Gemälde „Selbstbildnis in der Bar“.

Im Kronprinzenpalais. Bis 1937 hing das Selbstporträt des Malers im Smoking (r.) im Beckmann-Saal.
Im Kronprinzenpalais. Bis 1937 hing das Selbstporträt des Malers im Smoking (r.) im Beckmann-Saal.Foto: SMB,VG Bild-Kunst 2018

Zwei Tage vor Eröffnung der großen Beckmann-Ausstellung im Potsdamer Museum Barberini kann auch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz Freudiges zum Thema berichten. Ein umfangreiches Konvolut aus zwei Gemälden, 46 Zeichnungen und 52 Grafiken des Künstlers sowie ein Gemälde von Hans Purrmann geht als Vermächtnis an die Nationalgalerie und das Kupferstichkabinett. Die im vergangenen Jahr 95-jährig verstorbene Beckmann-Forscherin Barbara Göpel hat es den Staatlichen Museen vermacht. Ab Herbst werden die Bilder in einer Ausstellung voraussichtlich zusammen mit anderen Beckmann-Beständen der Staatlichen Museen zu sehen sein.

Bei den Gemälden handelt es sich um Beckmanns „Selbstbildnis in der Bar“ von 1942 und das zwei Jahre später entstandene „Bildnis Erhard Göpel“. Vor allem das Selbstporträt gilt als kostbarer Zuwachs, ersetzt es doch das 1937 in der Nationalgalerie als „entartet“ konfiszierte „Selbstbildnis im Smoking“, das sich heute im Busch-Reisinger-Museum in den USA befindet. Das Göpel-Porträt wiederum veranschaulicht die Ambivalenz der NS-Zeit im Kunstbetrieb. Erhard Göpel beteiligte sich einerseits in offizieller Mission am Kunstraub der Nazis, schützte andererseits den von ihm verehrten Beckmann im holländischen Exil. Nach 1945 widmete er seine Forschung zusammen mit seiner Frau Barbara dem Werk von Beckmann und Purrmann.

Die 46 Zeichnungen zeigen weitere Porträts und Szenen von der Front; sie stammen aus den Jahren bis 1947. Die 52 Grafiken befinden sich bereits seit den 90ern als Dauerleihgabe im Bestand des Kupferstichkabinetts. Wie die Werke in den Besitz Göpels kamen, ist nicht bei allen restlos geklärt. Vermutlich erwarb sie der Kunsthistoriker direkt bei den Künstlern. Obwohl sich bislang kein Verdacht auf Raubkunst bestätigt hat, sollen die Arbeiten aus dem Nachlass nochmals im Rahmen eines Provenienzforschungsprojekts untersucht werden. Bei der geplanten Ausstellung sollen deshalb auch die komplizierte Herkunftsgeschichte der Bilder und die Biografie Göpels beleuchtet werden.

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