Kultur : Gemeinsam

Heute eröffnet in Moskau die Merowinger-Schau

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Am heutigen Montagabend wird im Moskauer Puschkin-Museum eine Ausstellung eröffnet, die in jeder Hinsicht als Sensation gelten darf. Unter dem Titel „Merowingerzeit. Europa ohne Grenzen“ wird die europäische Geschichte des 5. bis 8. Jahrhunderts n. Chr. anhand von 1300 meist kleinteiligen Objekten vorgestellt. Eine derartig umfassende Ausstellung zu „Europas dunklen Jahrhunderten“ hat es noch nie gegeben. Mehr als die Hälfte der Objekte stammt aus Beständen des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte (MVF), die 1945 von der Roten Armee abtransportiert worden waren. Damals kamen drei Holzkisten mit 1500 Objekten, teils aus der Merowingerzeit, in sowjetischen Besitz. Zwar hat die russische Duma 1998 alle „Trophäenkunst“ verstaatlicht. Gleichwohl haben sich Wissenschaftler beider Seiten jetzt auf die Erarbeitung der Ausstellung verständigen können. Bleibendes Ergebnis der Zusammenarbeit ist der dreisprachige Katalog, der erstmals die Herkunft und den gegenwärtigen Standort der Ausstellungsstücke präzise benennt. So werden die Berliner Verluste als „Kriegsbedingt verlagert. Bis 1945 MVF Berlin“ gekennzeichnet. Im gemeinsamen Katalogvorwort aller beteiligten Museumsdirektoren wird ohne Umschweife der Begriff der „kriegsbedingt verlagerten Bestände“ benutzt. Darüber hinaus unterstreicht Klaus-Dieter Lehmann, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, in seinem Beitrag den deutschen Rechtsanspruch auf „Rückführung unserer alten Bestände“. BS

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