Grande Dame des Autorenkinos : Regisseurin Agnès Varda ist tot

Sie galt als Pionierin des Autorenfilms und erhielt 2017 den Oscar für ihr Lebenswerk. Nun ist Filmemacherin Agnès Varda mit 90 Jahren an Krebs gestorben.

Eigenwillige Cineastin. Agnès Varda.
Eigenwillige Cineastin. Agnès Varda.Foto: THOMAS SAMSON/dpa

Die Filmregisseurin Agnès Varda ist tot. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Freitag unter Berufung auf ihre Familie. Sie starb im Alter von 90 Jahren in der Nacht auf Freitag. Die Regisseurin sei einem Krebsleiden erlegen, hieß es in einer Mitteilung der Familie, wie AFP berichtete.

Die in Belgien geborene und in Frankreich aufgewachsene Filmemacherin gewann mit „Vogelfrei“ als zweite Frau 1985 den Goldenen Löwen von Venedig. Später arbeitete Varda auch als bildende Künstlerin. Auf der Berlinale lief zuletzt ihr neuer Film „Varda by Agnès“ außer Konkurrenz. Produzentin war ihre Tochter Rosalie.

Agnès Varda auf der Berlinale 2019.
Agnès Varda auf der Berlinale 2019.Foto: Britta Pedersen/dpa

Varda konnte auf eine über 60-jährige Karriere zurückblicken, sie wurde mit Ehrungen und Auszeichnungen überhäuft. Ihr großer Erfolg „Vogelfrei“ (Originaltitel: „Sans toit ni loi“) erzählte die Geschichte einer Frau, die als Landstreicherin durch Südfrankreich zieht und den Kältetod stirbt.

Varda galt als Pionierin des Autorenkinos und als „Großmutter der Nouvelle Vague“, jener Bewegung, die in den 60er Jahren gegen das herkömmliche Erzählkino Sturm lief. Lange gehörte sie mit ihren Werken, die zwischen Wirklichkeit, Fiktion und Poesie schwanken, zu den eigenwilligen Cineasten unserer Zeit. (dpa)

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