Größter Kunstraub der DDR-Geschichte : Gemälde nach 40 Jahren wieder aufgetaucht

1979 verschwanden beim spektakulären „Kunstraub von Gotha“ fünf wertvolle Gemälde. Nun sollen sie wieder aufgetaucht sein. Ihre Authentizität wird noch geprüft.

Wiederentdeckt? Frans Hals „Brustbild eines unbekannten Herrn mit Hut und Handschuhen“, eins von fünf gestohlenen Werken.
Wiederentdeckt? Frans Hals „Brustbild eines unbekannten Herrn mit Hut und Handschuhen“, eins von fünf gestohlenen Werken.Foto: Stiftung Schloss Friedenstein

Etwa 40 Jahre nach dem mysteriösen Diebstahl von fünf hochkarätigen Gemälden aus dem Schlossmuseum im thüringischen Gotha sind die Werke möglicherweise wieder aufgetaucht. Das teilte die Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha am Freitag mit.

Die Bilder alter Meister befinden sich demnach im Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen Berlin. Dort werde überprüft, ob es sich tatsächlich um das Diebesgut aus Gotha handele. Der Diebstahl zählt zu den spektakulärsten Fällen in der DDR. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet.

Am gestrigen Donnerstag habe es bundesweite Durchsuchungen gegeben, die mit dem Kunstraub von 1979 in Verbindung stünden, teilte die Stiftung weiter mit. Diese seien vom Landeskriminalamt Berlin in Kooperation mit den jeweiligen Kriminalisten der betroffenen Bundesländer erfolgt.

Unabhängig von diesen neueren Polizeiaktionen habe es in den vergangenen eineinhalb Jahren Bemühungen zur Rückführung der Bilder seitens des damaligen Stiftungsratsvorsitzenden und Oberbürgermeisters von Gotha, Knut Kreuch (SPD), gegeben, teilte die Stiftung weiter mit.

Übergabe der Bilder fand im September statt

Demnach waren im Juli 2018 anonyme Personen über einen Anwalt an die Stiftung herangetreten. Diese hätten erklärt, die Gemälde zu besitzen, hätten aber keine plausible Erwerbsgeschichte angegeben. Kreuch habe - unterstützt durch die Ernst von Siemens Kunststiftung - mit dem Anwalt verhandelt. So sei es schließlich zur Übergabe der Bilder Ende September 2019 gekommen.

Die Bilder waren in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 1979 verschwunden. Es handelt sich um die Werke „Brustbild eines jungen Mannes“ von Frans Hals, „Landstraße mit Bauernwagen und Kühen“ von Jan Brueghel dem Älteren, „Selbstbildnis mit Sonnenblume“ von Anthonis van Dyck, „Alter Mann“ von Jan Lievens sowie von Hans Holbein dem Älteren „Heilige Katharina“. Ihr Wert war damals mit etwa fünf Millionen DDR-Mark angegeben worden.

Mehr zum Thema

Erst vor kurzem hatte ein anderer spektakulärer Kunstraub von Juwelen im Grünen Gewölbe in Dresden für Aufruhr gesorgt. Nun könnte dieser 40 Jahre zurückliegender Fall aufgeklärt werden. (dpa)

Der neue Morgenlage-Newsletter: Jetzt gratis anmelden!