Harry Potter im Filmpark Babelsberg : In Hagrids Hütte

Harry Potter verzaubert noch immer seine Fans. Die Filmfreunde kommen nun in der Ausstellung mit den Requisiten im Filmpark Babelsberg auf ihre Kosten.

Der verbotene Wald. Eine Szene mit dem ungarischen Hornschwanz, dem Drachen des Potter-Universums.
Der verbotene Wald. Eine Szene mit dem ungarischen Hornschwanz, dem Drachen des Potter-Universums.Foto: ©Warner Bros. Entertainment Inc. Harry Potter Publishing Rights ©JKR

Seien wir ehrlich: Wer, der mit Harry Potter aufgewachsen ist und viel länger als er eigentlich zugeben möchte auf einen Brief aus Hogwarts gewartet hat, wollte nicht schon einmal in Hagrids Hütte sitzen oder einen Blick in den Gemeinschaftsraum der Gryffindors werfen? Auch wenn sich einige Gräben zwischen strikten Buch- und Filmfans des jungen Zauberers auftun – die Sehnsucht, in diese wundervolle Welt einzutauchen, eint sie alle. Wenn Kindheitserinnerungen auf eine gewaltige Merchandising-Maschinerie treffen, bleibt jedoch ein schaler Beigeschmack. So auch die Befürchtung bei der aktuellen Harry Potter Ausstellung im Filmpark Babelsberg. Um Missverständnissen vorzubeugen: Hier geht es nur um die Filme. Um Kulissen und Kostüme, nicht um die Bücher.

Wer sich durch die langen Warteschlangen gequält hat, spürt in der Ausstellung dann doch ein bisschen von dem alten Zauber. Weniger wegen der Filmmusik, die alles andere übertönend aus den Lautsprechern dudelt, sondern wegen der anderen Besucher: 15 Jahre aufwärts, nach oben keine Altersgrenze. Nicht nur hat es etwas Rührendes, wenn eine Frau mittleren Alters sich begeistert vom Sprechenden Hut einem Haus zuteilen lässt („Gryffindor!“), sondern man merkt: Hier wird Potter gelebt, auch lange nachdem die Leser den Kinderschuhen entwachsen sind. Einige Besucher haben sich mit schwarzen Hogwarts-Umhängen kostümiert.

Zusammengetragen wurde eine detailreiche Auswahl an Requisiten der insgesamt acht Filme, die die Fans durch Harrys Schuljahre begleitet haben. Selbst die Generation Potter kann hier noch Dinge entdecken, die beim x-maligen Schauen der Filme übersehen wurden: Die außerordentliche Scheußlichkeit von Dolores Umbridges Briefpapier etwa, oder Gilderoy Lockharts Selbstporträt – zusammen mit der glänzenden Werkausgabe des nervenden Lehrers für Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Wer weiß noch, dass Tom Riddle, der schöne Teenager, der später einmal Lord Voldemort werden sollte, unter seinem Hogwarts Umhang einen hellgrauen Wollanzug trug?

Tickets unbedingt online kaufen

Während der Verbotene Wald mit seinen statischen Figuren von Firenze dem Zentauren bis zu Aragog, der Riesenspinne doch recht leblos wirkt, werden die Requisiten an anderer Stelle atmosphärisch inszeniert. Das Seidengewand, in das Voldemort bei seiner Wiederauferstehung gekleidet ist, flattert in unheilvoller Brise. Wer an der Alraune zieht, hört sie schreien.

Liebevolle Details, die den Geist von J.K. Rowlings Buchvorlage in sich tragen, geben dem Ganzen ein Stück von dem Herz zurück, das vom Potter-Merchandise verschlungen wurde: Rons Koffer mit einer Quidditchzeitschrift oder ein signiertes Chudley-Cannons-Trikot. Hagrids Hütte knarzt, aus dem Kessel über dem Kamin dampft es. Die Tischdekoration des Weihnachtsballs steht neben der Vitrine mit den Heiligtümern des Todes.

Wer sich selig an die alte Potter-Zeit erinnern will, wird hier bedient. Doch sollte man, um Frust zu vermeiden, Tickets unbedingt online kaufen. An der Kasse gibt es nur Restkarten, und Einlass gibt’s nach Zeitfenstern. Und: Wer sich anschließend in den (natürlich vorhandenen) Merchandise-Shop stürzen möchte, darf seinen Geldbeutel nicht samt Tasche an der Garderobe abgeben, denn der Shop gehört zur Ausstellung und die darf man, wenn man sie einmal verlassen hat, nicht mehr betreten.

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