• Jehnny Beth, Mrs. Piss, Jack Garratt, Run The Jewels: Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jehnny Beth, Mrs. Piss, Jack Garratt, Run The Jewels : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Jehnny Beth, Mrs. Piss, Jack Garratt und Run The Jewels.

Jehnny Beth wurde mit der Band Savages bekannt.
Jehnny Beth wurde mit der Band Savages bekannt.Foto: Andreas Neumann

Jehnny Beth: To Love Is To Live (Caroline)
Von Beths Band Savages kennt man die Vorliebe für den Post-Punk und New Wave der Achtziger, nur tritt deren überfallartiger In- your-face-Ansatz auf ihrem ersten Soloalbum hinter Introspektion, Collagenhaftigkeit und unbedingtem Kunstanspruch zurück. Industrial, Jazz, New Wave, Spoken Word verdichtet Beth zu einer Experimentalmusik mit Pop-Affinität und Düster-Attitüde. Torsten Groß, Moderator

Mrs. Piss: Self-Surgery (Sargent House)
Chelsea Wolfe und Jess Gowrie wollen sich quälen. Auf dem ersten Album ihres Projekts Mrs. Piss wirft Wolfe die Neofolk-Einflüsse, die noch ihr letztes Solowerk dominierten, über Bord, um mit Gowrie ein Frankenstein'sches Monster zu erschaffen: Wolfes Düsterkeit und Gowries Sludge-, aber auch Punk-geschultes Schlagzeugspiel gehen eine unheilige Allianz ein. Julia Lorenz, Musikjournalistin

Jack Garratt: Love, Death & Dancing (Universal)
2015 wurde dieser britische Songwriter als „next big thing“ gehandelt – was er dann mit seinem Debüt „Phase“ bestätigte. Der Hype ist ihm mental nicht gut bekommen. Denn seine psychische Gesundheit ist Hauptthema des neuen Albums, auf dem sich sehr viel ergreifender, moderner Pop findet, etwa der an Elton John erinnernde Tearjerker „She Will Lay My Body On The Stone“. Daniel Koch, Musikjournalist

Run The Jewels: RTJ4 (BMG)
No Justice, no peace: Bernie-Sanders-Freund Killer Mike aus Atlanta und der New Yorker Produzent El-P bollern und scheppern sich mit zeitgemäßer Rage durch dieses wegen der aktuellen Proteste vor der Zeit veröffentlichte Album. Classic Beats von vorgestern, gleichzeitig total prophetisch. Danach unbedingt die Bluetoothbox von Speichelresten reinigen. Esther Kogelboom, Tagesspiegel

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