John Coltrane, Jim James, Gorillaz, Jazzanova : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/-innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit John Coltrane, Jim James, Gorillaz und Jazzanova.

Die Jazz-Legende John Coltrane bei einem Konzert in Paris.
Die Jazz-Legende John Coltrane bei einem Konzert in Paris.Foto: AFP PHOTO / STR

John Coltrane: Both Directions At Once (Impulse)

Mehr als fünfzig Jahre nach seinem Tod ist der Stern des Jazz-Giganten nicht verblasst. So wollten manche in dem „verlorenen“ Album einen heiligen Gral sehen. Doch diese Session vom März 1963, eingespielt mit seinem klassischen Quartett, ist eher ein Eintrag ins Skizzenbuch des Meisters. Andererseits kann die Welt gar nicht genug Coltrane-Musik bekommen. Andreas Müller, Moderator

Jim James: Uniformed Distortion (Pias)

Was tun, wenn man älter wird und das digitale Zeitalter dafür sorgt, dass man sich fühlt, als würde der Kopf explodieren? Jim James macht einfach ein psychedelisch behauchtes Bluesrockalbum voller Spielfreude und Selbstironie. Er weiß, es ist besser, über sich zu lachen, in Bewegung zu bleiben. Dann kommen die Ideen von selbst. Claudia Gerth, Radio Eins

Gorillaz: The Now Now CD (Parlophone)

Im Hier und Jetzt zu sein, das war bislang für die weltbeste animierte Band kein Thema. Mit ihren Elektro-Hip-Hop-Dub-Popsongs sind wir auf Plastikmüll-Inseln gelandet, um dem Ende der Welt zu entrinnen. Auf dem neuen Album verzichten die Gorillaz auf alles Spektakuläre. Nur drei Gastmusiker wirken mit, ansonsten fließt alles dem Gesang von Damon Albarn zu. Gutes Soloalbum. Steen Lorenzen, Radio Eins

Jazzanova: The Pool (Sonor)

Zehn Jahre, so viel Zeit verging seit dem letzten Jazzanova-Album, sind im Pop eine Ewigkeit. Umso erfreulicher, dass das Berliner Produzenten- und DJ-Kollektiv der Versuchung widerstand, dem vermeintlichen Sound der Stunde nachzujagen. Vielmehr atmet das Dutzend gern auf dem Fundament obskurer Samples sorgfältig konstruierter Tracks unaufgeregte Zeitlosigkeit. Jörg Wunder, Tagesspiegel

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