• Jonathan Wilson, Die Arbeit, Cornershop, Mac Miller.: Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jonathan Wilson, Die Arbeit, Cornershop, Mac Miller. : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Jonathan Wilson, Die Arbeit, Cornershop, Mac Miller.

So herzzerreißende Balladen wie Jonathan Wilson schreibt derzeit keiner.
So herzzerreißende Balladen wie Jonathan Wilson schreibt derzeit keiner.Foto: Trinity Music

Jonathan Wilson: „Dixie Blur“ (Bella Union)
Zuletzt huldigte der kalifornische Meister der musikalischen Mimikry mit „Rare Birds“ dem Softrock der 70er Jahre. Nun hat er in Nashville eine Countryrockplatte aufgenommen. Es seufzt die Steelguitar, Harmoniegesänge streben gen Himmel. Herzzereißendere Balladen schreibt derzeit keiner. Christian Schröder, Tagesspiegel

Die Arbeit: „Material“ (Recordjet)

Das Unbehagen wie es in Stuttgart (Die Nerven) oder Münster (Messer) formuliert wird, hat nun auch eine Stimme in Dresden. Postpunk ist der Fixpunkt. Düster schrummen die Gitarren, manisch mahlt der Bass, finster klopft das Schlagzeug. Am liebsten würde Sänger Maik Wieden seine Texte auf plakative Substantive reduzieren. So ganz kommt hier nicht alles zusammen, ist aber sicher Musik zur Zeit. Andreas Müller, Moderator

Cornershop: „England Is A Garden“ (Ample Play)
Seit Cornershops Asian-Britpop-Hit „Brimful of Asha“ von 1997 ist viel passiert. Der blühende, weltoffene englische Garten war einmal. Deshalb geht es auf ihrem 9. Album, subtil, um Brexit, Rassismus und Kolonialismus. Hübsch verpackt in Cornershops typischem Sitar-Psych-Sound. Nice one. Christine Franz, Musikjournalistin

Mac Miller: „Circles“ (Warner)
Als der junge Malcolm McCormick aus Pittsburgh im Herbst 2018 starb, befand er sich in einer musikalischen Neuerfindung: weg vom schlauen Slacker-Rap, hin zu Jazz und Soul. Das posthum beendete Album ist fast unerträglich verletzlich und verletzt – eine Erinnerung an ein großes Talent, die ein Segen ist.
Fabian Wolff, Musikkritiker

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