Jonathan Wilson, The Breeders, Joan Baez, Moby : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/-innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Jonathan Wilson, The Breeders, Joan Baez und Moby.

Neo-Hippie. Der Folk-Musiker Jonathan Wilson
Neo-Hippie. Der Folk-Musiker Jonathan WilsonFoto: Andrea Nakhla

Jonathan Wilson: Rare Birds (PIAS)

Das kommt davon, wenn man sich mit einem Sauertopf wie Roger Waters einlässt. Für den spielte und sang Jonathan Wilson auf dessen letztem Album. Dabei scheint unser liebster Neo-Hippie aus dem Laurel Canyon seine Leichtigkeit verloren zu haben. „Rare Birds“ klingt verkrampft und überambitioniert. Vorbei die fröhliche Melancholie und das spinnerte Gitarrengefrickel früherer Werke. Andreas Müller, Moderator

The Breeders: All Nerve (4AD)

Kim Deal ist im Comeback-Fieber. Zunächst reanimierte sie die Breeders, dann kam sie als Bassistin der Pixies zurück. Seit „Mountain Battles“, dem zweiten Breeders-Album seit dem Comeback 2002, sind zehn Jahre vergangen, die keine Spuren hinterließen. „All Nerve“ hat mächtige und verwaschene Gitarrenriffs, sanfte Harmonien, Deal singt mit mädchenhafter Stimme. Maik Brüggemeyer, Rolling Stone

Joan Baez: Whistle Down the Wind (Proper)

Die in Ehren ergraute Grand Dame des Folk beweist, dass sie nach wie vor ein Gespür für die „richtigen“ Songs hat. Alte Bekannte wie Tom Waits, Ahnony oder Joe Henry (auch der Produzent) interpretiert sie genauso innig wie Neuentdeckungen (Zoe Mulford). Dass ihr Sopran in eine tiefere Tonlage gerutscht ist, ist kein Nachtteil. Helmut Heimann, Radio Eins

Moby: Everything Was Beautiful and Nothing Hurt (Mute)

Auf seinem 15. Studioalbum bearbeitet der elektronische Songwriter den Weltuntergang. Ein postapokalyptisches Szenario voller säuselnder Frauenstimmen, tackernder Beats, psychedelischer Bandschleifen. Moby beschwört mit „Motherless Child“ den Gospel, seine Hausgötter stammen aus Jamaika und Bristol. Christian Schröder, Tagesspiegel

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