Jungle, Low, Paul Weller, Ann Wilson : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/-innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Jungle, Low, Paul Weller und Ann Wilson.

Ganz entspannt. Das britische Kollektiv Jungle
Ganz entspannt. Das britische Kollektiv JungleFoto: Charlie di Placido / Beggars

Jungle: For Ever (XL)

„Heavy, California“ war eine Art Sommerhit und auch sonst ist das zweite Jungle-Album kalifornisch inspiriert: Josh Lloyd-Watson war einer Beziehung wegen nach Los Angeles gezogen, nach deren Scheitern schrieb er mit Tom McFarland angebliche Trennungslieder. Man hört aber nur die Liebe, nicht das Scheitern. Elektronisch aufbereiteter Disco-Funk- Soul, der sich vor allem glitzernden Oberflächen verpflichtet fühlt. Das Faszinierende an L. A. sind aber die Abgründe unter diesen Oberflächen. Torsten Groß, Moderator

Low: Double Negative (Sub Pop)

Auch im 25. Schaffensjahr muss man sich nicht wiederholen. Man kann die eigene, sonst so angenehm retardierende Gitarrenmusik in ihre Einzelteile zerlegen, um sie zu einer Walze aus Störbildern zusammenzusetzen, die der Welt des Hörers allmählich den Strom entzieht. „Double Negative“ ist das Ticket zu einer allzu erlösenden Apokalypse. „This is not the end. It’s just the end of hope.“ Julia Friese, Musikjournalistin

Paul Weller: True Meanings (Warner)

Eintritt ins Alterswerk oder kurze Entspannungsphase: „Modfather“ Paul Weller gibt sich auf seinem neuen Album akustisch und verinnerlicht. Statt über Politik und Weltwirren säuselt er über Liebe und Natur. Das hat schöne Momente, aber wo sind Wut und Energie geblieben? Andreas Borcholte, Spiegel Online

Ann Wilson: Immortal (BMG)

Einerseits halt: welch reizende Idee! Ein ganzes Coveralbum mit den Lieblingssongs verstorbener Kollegen. Leonhard Cohen ist dabei, David Bowie, George Michael, Chris Cornell ... und von Amy Winehouse dann gleich noch „Back To Black“ ausgewählt. Andererseits halt: dieses Album! Was hat sich Wilson dabei gedacht? Und wo beginnt Störung der Totenruhe? Sebastian Leber, Tagesspiegel

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