Kansas Smitty's, L.A. Salami, Arca, Zara McFarlane : Die Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen vier Popkritiker/innen ab 21 Uhr auf Radio eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Kansas Smitty's, L.A. Salami und Arca, Zara McFarlane.

Die Londoner Band Kansas Smitty's.
Die Londoner Band Kansas Smitty's.Foto: Ever Records/!K7

Kansas Smitty's: Things Happened Here (Ever Records)
Die sieben Musiker von Kansas Smitty's besitzen in East London eine Bar, in der sie als Hausband fungieren. Drinks und Jobs sind also (wenn nicht gerade Corona ist) garantiert. Diese Entspanntheit führt offenbar zu großer Souveränität. Fast die gesamte Jazz-Geschichte klingt in den hochkonzentrierten Tracks mit, die dabei aber gar keine Genre- Grenzen kennen. Nenn es wie du willst: Am Ende steht einfach großartige Musik. Andreas Müller, Moderator

L. A. Salami: The Cause of Doubt and a Reason to Have Faith (Sunday Best)
Auch das dritte Album des Londoner Musikers ist ein wilder Ritt durch alle philosophischen Lebensfragen. Selbstbewusst übersieht es sämtliche Trends und macht einfach sein Ding. Undurchschaubar sind es mal bluesrockige, oder folkige Gitarrenriffs, ein Country-Klavier, ein Jazzbass, ein transzendentes Orgelrauschen und behutsame Breakbeats, die einen durch die Geschichten tragen. Es hinterlässt Fragezeichen. Das ist gut. Claudia Gerth, Radio eins

Arca: KiCk i (XL Recordings)
Das Gesamtkunstwerk Arca schlägt wieder zu: Ein Dutzend Tracks, die einen beim ersten Hören ratlos dastehen lassen, die bei jedem neuen Durchlauf ein bisschen besser in den Kopf und den Bauch vordringen. Arca könnte Scharlatanin oder Genie sein. Wo der Hype aufhört und die Substanz der mal brachialen, mal gefühlvollen Musik anfängt, bleibt unklar. Auf jeden Fall glänzt sie wie sonst kaum jemand in der Rolle der Post-Gender-Künstlerin. Martin Böttcher, Musikjournalist

Zara McFarlane: Songs Of An Unknown Tongue (Brownswood)
Die britische Sängerin Zara McFarlane reiste nach Jamaika – das Land ihrer Vorfahren –, um traditionelle Folk-Rhythmen und Riten zu studieren. Zurück in London kombinierte sie diese Einflüsse mit elektronischen Sounds und ihrer jazzgeschulten Stimme zu einem hypnotischen Trip. Spannend. Nadine Lange, Tagesspiegel


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