• Karl Hagemeister, Julien Dupré, Franz von Stuck u.a.: Das Auktionshaus Ketterer zeigt Kunst des 19. Jahrhunderts

Karl Hagemeister, Julien Dupré, Franz von Stuck u.a. : Das Auktionshaus Ketterer zeigt Kunst des 19. Jahrhunderts

Wilde Herbstzeit: Das Auktionshaus Ketterer in Berlin zeigt in seinen Vorbesichtigungen Kunst des 19. Jahrhunderts.

Schön windig. 1910 malte der aus Werder an der Havel stammende Kurt Hagemeister sein Bild "Sturm III".
Schön windig. 1910 malte der aus Werder an der Havel stammende Kurt Hagemeister sein Bild "Sturm III".Foto: Ketterer

Bei Karl Hagemeister reißt der Herbstwind nicht unangenehm an den Kleidern. Wenn der aus Werder an der Havel stammende Maler stürmische Zeiten auf seine Leinwände bannt, wirkt das im Gegenteil ungemein anziehend. Ein Beispiel seiner Kunst, in der sich stets impressionistische mit expressiven Tendenzen mischen, hängt während der kommenden Vorbesichtigung von Ketterer in der Berliner Dependance des Auktionshauses.

Mindestens 25 000 Euro werden für das Ölgemälde „Herbst III“ erwartet und ebenso viel für Hagemeisters blau leuchtende „Meereswogen“, die die Kunst des 19. Jahrhunderts perfekt symbolisieren. Auf gleichem Preisniveau rangiert das Bild „Arnaute buvant“ (1856) von Jean-Léon Gérôme, der ein Faible für orientalische Bildsujets hatte und die albanischen Söldner des osmanischen Reiches in ihrer neuen Heimat Ägypten so hyperrealistisch wiedergibt, dass man kurz an eine Fotografie denkt.

Franz von Stucks „Iphigenie auf Tauris“ soll bis zu 120 000 Euro kosten

In der höheren Kategorie zwischen 30 000 und 40 000 Euro spielt das Motiv „Scherzo“ von Franz von Stuck, das Münchens Lieblingsmaler im Jahr 1909 schuf. Zu sehen ist eine Begegnung zwischen zwei Frauen und einem halbgöttlichen Wesen mit ganz prosaischen Absichten. Bis auf 120 000 Euro soll schließlich Stucks „Iphigenie auf Tauris“ steigen. Auch ein Bild, das die Beziehung zwischen den Geschlechtern thematisiert.

Mit zwei Blättern ist in der Ausstellung Adolph von Mentzel vertreten. Sein zartes Aquarell „Zwei Nonnen im Klosterhof“ (um 1870) wird auf 7000 Euro geschätzt, die mehrteilige Studie einer „Sitzenden Dame mit Hut“ (1880) soll 10 000 Euro kosten. Großes Interesse erwartet das Auktionshaus für die stimmungsvolle Szenerie einer „Heuernte“, aus der Julien Dupré ein lichtes Motiv mit scheinbar unbeschwerten Bäuerinnen macht (30 000–40 000 Euro). Ergänzend werden Werke von Friedrich Kallmorgen (Taxe bis 24 000 Euro), die „Große höfische Jagdgesellschaft“ von Jan Chelminskis (20000–30 000 Euro), die „Sabinerhütten im Sabinergebirge“ (18 000–24 000) von Valentin Ruths sowie Arbeiten von Wilhelm Busch oder Heinrich von Zügel angeboten.

Ketterer Kunst, Auktionshaus Berlin, Fasanenstr. 70; 13. & 14.11. von 10–18 Uhr

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