Kinderbuch aus Norwegen : Am Fjord wohnt das Glück

Jeder Tag ein großer Spaß: In Norwegen spielt sich das (Kinder-)Leben draußen ab.

Maria Parr: Manchmal kommt das Glück in Gummistiefeln, aus dem Norwegischen von Christel Hildebrandt
Maria Parr: Manchmal kommt das Glück in Gummistiefeln, aus dem Norwegischen von Christel HildebrandtDressler Verlag

Ein Ort namens Knert-Mathilde existiert nicht. Die Norwegerin Maria Parr hat ihn erfunden, als Schauplatz am Fjord für ihre bunte Kindergeschichte. [Manchmal kommt das Glück in Gummistiefeln, Dressler Verlag 15 €, ab neun Jahren] Eine Menge schräger Personen treten darin auf, vor allem aber Trille und seine gleichaltrige Freundin Lena. Die hat struppiges dunkles Haar, könnte sonst aber der Zwilling von Pippi Langstrumpf sein. Sie hat ein flinkes Mundwerk, ist mutig wie eine Löwin und hütet – sensationell gut – das Tor der Jungen-Fußballmannschaft. Trille findet das ruppige Ballspiel blöd und macht lieber andere coole Dinge. So springt er vom „höchsten Wellenbrecher“ ins Meer, obwohl das „kälter als Eistee“ ist. Lena und Trille passen so gut zusammen, dass sie wahrscheinlich in anderthalb Jahrzehnten heiraten werden und ein Haus am Fjord besitzen, so wie Trilles freundlicher Opa.

Ein Sonnenmädchen aus den Niederlanden

Doch dann taucht Birgitte auf, das neue Nachbarsmädchen aus den Niederlanden. Lena ignoriert es, aber Trille schwärmt, erst mal natürlich insgeheim, von dem „Sonnenmädchen“ mit den blonden Haaren und der engelsgleichen Art. O je, da bahnt sich ein kleines Eifersuchtsdrama an. Aber am Ende schaffen es die drei Kinder, mit der kniffligen Situation umzugehen. Auch sonst müssen sie in dieser klasse geschriebenen Feel-good-story die eine oder andere Lehre ziehen. Statt Lena darf jetzt Tore im Tor stehen – und warum? Weil sein Vater Schiedsrichter ist. Lena schäumt vor Wut, und das ist doch wirklich verständlich.

Tolle Ideen und schöne Sätze

Sie macht das Beste draus und wird Mitglied einer Mädchenfußballmannschaft im Nachbarort. Dass ihre Mutter kein Kind mehr will, ärgert sie, vor allem, weil Trilles Mama mit unfassbaren 45 Jahren noch eins bekommt. Dabei hat sie schon vier Kinder, während Lena weder Schwester noch Bruder vorweisen kann. Das Leben ist nicht gerecht.

Aber was zählt diese schmerzliche Erkenntnis, wenn das Leben in Knert-Mathilde jeden Tag aufs Neue prall gefüllt mit Ereignissen ist? Zu Parrs tollen Ideen und schönen Sätzen passen die lustigen Illustrationen von Barbara Korthues. Dieses Buch beschert glückliche Lesestunden.

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