Kinderbuch : Papa muss ins Gefängnis

100 000 Minderjährige in Deutschland erfahren die Situation: Vater oder Mutter müssen ins Gefängnis. Was das für eine Familie bedeutet

Allein mit sich selbst. Der Alltag im Gefängnis ist eintönig.
Allein mit sich selbst. Der Alltag im Gefängnis ist eintönig.Abbildung: Klett Verlag

Ein Glück, dass Sinas rosa Kuscheltier klein ist. Ein großes dürfte sie ihrem Papa Robert schließlich gar nicht mitgeben. Ist im Gefängnis verboten, denn man könnte ja etwas darin verstecken. Für zwei Jahre muss er in den Knast. Aus Verzweiflung, weil Robert Spielschulden nicht bezahlen konnte, hat er eine Tankstelle überfallen. Und wie ist der Alltag im Gefängnis? Sinas Papa muss keinen gestreiften Anzug tragen, bekommt aber am ersten Tag ein „Zugangsbündel“. Seine Zelle ist klein: „Vier große Schritte nach vorne und zwei große Schritte zur Seite“, mehr Platz ist nicht da. Ums Arbeiten im Gefängnis geht es, um den täglichen Speiseplan und alle möglichen Probleme. Aber auch um Besuchstage und wie Sina und ihre Mutter so lange ohne Ehemann und Papa auskommen.

Einblick in eine verschlossene Welt

Das Buch mit gelungenen Illustrationen von Susann Hesselbarth gibt detaillierte Einblicke in eine verschlossene Welt. Rund 100 000 Minderjährige erfahren ähnliche Situationen. Doch das Buch ist auch für jene Kinder, die wissen wollen, was hinter Gittern eigentlich passiert. Die Lektüre lässt sie Vieles verstehen.

Thomas Engelhardt, Monika Osberghaus: Im Gefängnis. Leben hinter Gittern. Illustrationen von Susann Hesselbarth. Klett Kinderbuch, Stuttgart 2018. 96 Seiten. 14 €. Ab acht Jahren.

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