Kindersachbuch über Meerestiere : Virginie Aladjidi lädt in die irre Unterwasserwelt

Zu Hause bei Picasso: Mit „Blauwal, Seestern, Oktopus“ tauchen Kinder in das mysteriöse Reich der Ozeane ein.

Bunter Typ. Der Picasso-Drückerfisch ist ein schwimmendes Kunstwerk.
Bunter Typ. Der Picasso-Drückerfisch ist ein schwimmendes Kunstwerk.Foto: imago/imagebroker

Er trägt ein leuchtendes Farbenkleid und ein blaues „Krönchen“ auf der Stirn. Der Königin-Engelfisch ist der Schönling unter den Knochenfischen. Mit leicht blasiertem Blick schwebt er gelassen über den karibischen Korallenriffen. Eine Diva eben. Der Picassofisch schaut missbilligend, vielleicht auch ein bisschen neidisch, zu ihm hinüber. Schließlich steht er den Engelfischen in nichts nach und wirkt mit seinen hübschen Farbmustern selbst wie ein schwimmendes Kunstwerk.

Das kann man von dem Viperfisch leider nicht sagen. Er ist, nun ja, eine ziemlich hässliche Kreatur. Gruselige Glubschaugen und aus dem Maul ragende, gekrümmte Zähne. Igitt! Und was soll eigentlich der komische Fühler auf seinem Rücken?

Unter Wasser gibt es jede Menge schräge Typen. Spektakuläre 250 000 Spezies spürten Forscher in den Weltmeeren von der Arktis bis zu den Tropen auf. Autorin Virginie Aladjidi wählte aus dieser unglaublichen Artenvielfalt gut hundert Meeresbewohner aus. Mit ihrem Sachbuch „Blauwal, Seestern, Oktopus“ ist ihr eine faszinierende, leicht zugängliche Einführung in diese mysteriöse Welt gelungen. Mehr als 50 Tafeln zeigen Säugetiere, Kopffüßer, Schwämme, Stachelhäuter, Insekten, Algen und und und...

Virginie Aladjidi: Blauwal, Seestern, Oktopus. Die Welt der Meere. Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2020.
Virginie Aladjidi: Blauwal, Seestern, Oktopus. Die Welt der Meere. Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2020.Cover: Promo

Illustratorin Emmanuelle Tchoukriel erweckt die bisweilen urkomischen Wesen mit viel Sorgfalt und zarten Aquarellfarben zeichnerisch zum Leben. So lassen sich die kurzen Info-Textchen auch gut zu Geschichten weiterspinnen.

Wer Virginie Aladjidis Einladung folgt, einmal tief in das üppige Unterwasserreich einzutauchen, lernt nicht nur Neues über die erstaunlichen Schätze unseres Planeten dazu, sondern bekommt auch ein Gefühl dafür, warum es so wichtig ist, ihn zu schützen.

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