• Kölner Krimiautor verstorben: Der Schriftsteller und Journalist Hans Werner Kettenbach ist tot

Kölner Krimiautor verstorben : Der Schriftsteller und Journalist Hans Werner Kettenbach ist tot

Willy Millowitsch schrieb er die Drehbücher für die Fernsehserie "Kommissar Klefisch" auf den Leib. Als Journalist prägte er den "Kölner Stadt-Anzeiger". Nun ist Hans Werner Kettenbach mit 89 in Köln gestorben.

Der Kriminalist. Schriftsteller und Autor Hans Werner Kettenbach (20.4.1928-5.1.2018), fotografiert im Jahre 2007.
Der Kriminalist. Schriftsteller und Autor Hans Werner Kettenbach (20.4.1928-5.1.2018), fotografiert im Jahre 2007.Foto: Epa/EFE/dpa

Wie sich das für einen Mann mit zwei Karrieren gehört, verfügte der Schriftsteller und Journalist Hans Werner Kettenbach auch über ein Pseudonym. Es lautet Christian Ohlig. Kettenbach, der am Freitag im Alter von 89 Jahren in einem Kölner Krankenhaus starb, war langjähriger Mitarbeiter des „Kölner Stadt-Anzeigers“, der auch die Todesnachricht bekannt gab. Er prägte die Zeitung von 1964 bis 1992 unter anderem als Chefreporter, Leiter des Bonner Büros, Korrespondent in New York und zuletzt als stellvertretender Chefredakteur.

In seiner Freizeit verfasste er Kriminalromane und Drehbücher. Dem Kölner Volksschausspieler Willy Millowitsch schrieb er den „Kommissar Klefisch“ auf den Leib. Für sein literisches Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet. Die Kritik hat seine Romane mit den Werken von Sjöwall/Wahlöö, Georges Simenon und Patricia Highsmith verglichen und immer wieder betont, dass diese die moralischen Bruchstellen unserer Gesellschaft aufzeigen.

Ein zeitgenössischer Kriminalromancier von Rang

Hans Werner Kettenbach wurde am 20. April 1928 in Bendorf/Rhein geboren. Nach dem Studium der Geschichte, Literatur und Philosophie ging Kettenbach erst als Hörspiel-Lektor zum Westdeutschen Rundfunk und wechselte dann in die Zeitungsbranche. In der Literatur war er ein Spätberufener, mit fünfzig schrieb er seinen ersten Roman, bekannt wurde er vor allem durch "Minnie oder Ein Fall von Geringfügigkeit" und "Sterbetage".

Nach Angaben des Diogenes-Verlages umfasst sein Werk fünfzehn Romane – fünf davon wurden verfilmt –, einen Band mit Geschichten und Essays sowie ein Dutzend Drehbücher. 2009 wurde er für sein Gesamtwerk mit dem Friedrich-Glauser-Ehrenpreis ausgezeichnet. Ulrich Baron vom "Rheinischen Merkus" in Bonn würdigt den Verstorbenen als "einen meisterhaften Erzähler und einen der wenigen zeitgenössischen deutschen Kriminalromanciers von Rang".

Mehr zum Thema

Hans Werner Kettenbachs letztes Buch "Tante Joice und die Lust am Leben - Geschichten und anderes" ist im Jahr 2010 im Diogenes Verlag erschienen.

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!