Kunst für Wohnungen : Gerhard Richter stiftet 18 Bilder für die Obdachlosenhilfe

Der Maler Gerhard Richter stiftet 18 Kunstwerke. Der Erlös soll in Nordrhein-Westfalen den Kauf von Wohnungen für Obdachlose mitfinanzieren.

Mitarbeiter hängen Bilder von Gerhard Richter auf, die der Maler spendet, um ein Projekt gegen Wohnungslosigkeit zu unterstützen.
Mitarbeiter hängen Bilder von Gerhard Richter auf, die der Maler spendet, um ein Projekt gegen Wohnungslosigkeit zu unterstützen.Foto: Henning Kaiser, dpa

Mit dem Verkauf von Werken des Malers Gerhard Richter sollen Wohnungen für Obdachlose finanziert werden. Wohlfahrtverbände in Nordrhein-Westfalen sollen künftig eigene Immobilien zur Vermietung an Bedürftige erwerben, kündigte NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) in Düsseldorf an. Finanzielle Unterstützung dazu komme aus einem millionenschweren Künstlerfonds, der aus Verkaufserlösen von Richter-Bildern gespeist werde. Der Maler spendete dem Projekt dazu eine Edition von 18 Bildern.

Die Werke von Richter gelten auf dem Kunstmarkt als die teuersten eines lebenden Künstlers. Erwartet werden Einnahmen in Höhe von mehr als einer Million Euro. Das NRW-Projekt zur Wohnraumbeschaffung für Obdachlose wird vom Paritätischen Wohlfahrtsverband koordiniert und ist nach den Angaben bundesweit einzigartig. In einem ersten Schritt soll aus einem „Housing-First-Fonds“ der Ankauf von bis zu 100 Wohneinheiten durch Träger der freien Wohlfahrtspflege mit bis zu 20 Prozent bezuschusst werden, hieß es.

Obdachlose sollen dauerhaft von der Straße kommen

Langzeit-Wohnungslose könnten aufgrund dieses Ansatzes erstmals direkt eine Wohnung mit einem regulären Mietvertrag erhalten, erklärte Laumann. Nach dem Bezug der Wohnung sollten die Betroffenen durch gezielte Betreuung ermutigt werden, Probleme wie Suchterkrankungen oder Arbeitslosigkeit anzugehen, um dauerhaft von der Straße zu kommen. Das Land wolle diese Angebote zusätzlich mit 424.000 Euro unterstützen.

Nach den Worten von Sozialminister Laumann kommen von den landesweit offiziell gemeldeten etwa 25.000 Obdachlosen rund 2.000 Menschen als potenzielle Mieter für das Modellprojekt infrage. Alleine in der Landeshauptstadt Düsseldorf leben nach seinen Angaben etwa 150 Menschen dauerhaft auf der Straße. KNA/epd

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