• Kunstauktionen trotz Pandemie: Bei Irene Lehr und Quentin darf vorsichtig vorbesichtigt werden

Kunstauktionen trotz Pandemie : Bei Irene Lehr und Quentin darf vorsichtig vorbesichtigt werden

Versteigerung im kleinen Rahmen, Vorbesichtigung mit viel Zeit und Platz. Irene Lehr und Quentin kehren zum Live-Ereignis zurück.

Bei der Arbeit. „Ernte“ heißt das Aquarell von Heinrich Campendonk, 60 000 Euro lautet die Taxe des Auktionshauses Lehr.
Bei der Arbeit. „Ernte“ heißt das Aquarell von Heinrich Campendonk, 60 000 Euro lautet die Taxe des Auktionshauses Lehr.Foto: Auktionshaus Lehr

Eine Rückkehr zum Gewohnten ist das noch lange nicht. Doch während sich das Auktionshaus Ketterer in München über die neuen Rekorde seiner Online-Versteigerungen freut, kehrt Irene Lehr in ihren Berliner Räumen (Sybelstr. 68) vorsichtig zum Live-Ereignis zurück. Zur Vorbesichtigung für die Frühjahrsauktion lädt Lehr über fünf Tage für jeweils sieben Stunden, die Versteigerung selbst findet allerdings im kleinen Rahmen statt. Zusätzlich bietet man nach Absprache separate Termine. Das Angebot der aktuellen Auktion umfasst über 470 Lose – wobei die letzten 70 den Lithografien, Fotos und Multipels von Joseph Beuys gewidmet sind, der dieses Jahr seinen 99. Geburtstag gefeiert hätte.

Von Norbert Bisky gibt es ein großes Porträt

Jenseits davon gibt es einiges zu entdecken: so ein abstraktes Acrylbild von Karl-Heinz Adler (Taxe: 2000 Euro), ein großes Porträt von Norbert Bisky (Taxe: 30 000 Euro) und eine malerische Promenade aus der Hand von Theo von Brockhusen, die auf 20 000 Euro geschätzt ist und um 1911 eindrucksvoll Impressionistisches mit Expressivem verschmilzt.

Zu den Highlights der Auktion zählt ein Aquarell Heinrich Campendonks, das die dargestellte „Ernte“ wie einen Tanz im Varieté wirken lässt. Das Blatt wird für 60 000 Euro aufgerufen und liegt damit weit über der Taxe von Conrad Felixmüllers „Heuernte in Klotzsche“: ein Bild, das dasselbe Thema in einer idyllischen, von der Sonne beschienen Landschaft lässt. Als Spitzenreiter geht die mehrteilige Wandinstallation „Metro 3“ von Günther Förg an den Start. Die monumentale Farbarbeit soll mindestens 150 000 Euro kosten.

Bei A.R. Penck und Lüpertz ziehen die Preise an

Im unteren Preissegment entdeckt man Faltarbeiten von Hermann Glöckner, ein abstraktes Motiv von Ter Hell (Taxe: 900 Euro) und Kompositionen von Marwan. Bei A.R. Penck, dessen zeichenhaftes Acrylbild auf 80 000 Euro geschätzt ist, zieht der Preis dann noch einmal an, ebenso wie bei Markus Lüpertz (Taxe: 50 000 Euro)

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Auch das Auktionshaus Quentin (Rankestr. 24) hat sich zu einer Vorbesichtigung für seine Auktion entschlossen. Das Angebot fächert sich traditionell in Kunst und Antiquitäten auf, die neben Silber, Porzellan und Schmuck auch Antiquitäten und Freischwinger aus den siebziger Jahren umfassen. Neben delikaten Porträtminiaturen aus dem 19. Jahrhundert (Taxe: 300–600 Euro) fallen zwei Zeichnungen von Olaf Metzel (je 600 Euro), eine Bleistiftzeichnung von Hans Bellmer (Taxe: 3000-6000 Euro), zwei seltsam magische Interieurs von Robert Bosisio (1200 bzw. 1600 Euro) und als Highlight eine Studie von Max Liebermann auf, die auf mindestens 40 000 Euro kommen soll.

Irene Lehr, Vorbesichtigung: 20.–24.4., 12–19 Uhr, Auktion: 25. 4. (13 Uhr) / Quentin, Vorbesichtigung 18. & 20.–23.4., 10–18 Uhr, Auktion: 25. 4. (10 Uhr)

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