Kunstindex : Der Klub der teuren Künstler

Keine einzige Frau findet sich unter den 50 gefragtesten Künstlern bei den Auktionen 2017. Auf Platz 51 folgt im Ranking des Ökonomen Roman Räussl als erste Künstlerin die US-Expressionistin Joan Mitchell.

Leonardo da Vincis Gemälde "Salvator Mundi" im Auktionshaus Christie's .
Leonardo da Vincis Gemälde "Salvator Mundi" im Auktionshaus Christie's .Foto: dpa/Kirsty Wigglesworth

Unter den 50 gefragtesten Malern auf dem Kunstmarkt befindet sich keine einzige Frau. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Kunstindex für das Jahr 2017, den der Ökonom Roman Kräussl von der Luxembourg School of Finance für das „Manager Magazin“ ermittelt hat. Angeführt wird das Ranking von Leonardo da Vinci mit einem Umsatz von 450 Millionen Dollar, erzielt mit einem einzigen Werk, dem für den Louvre Abu Dhabi erworbene Gemälde„Salvator Mundi“. Im November machte es Schlagzeilen als das bisher teuerste je ersteigerte Kunstwerk. Es folgen Pablo Picasso (415 Millionen Dollar) und Jean-Michel Basquiat (335 Millionen Dollar).

Als erste Künstlerin taucht auf Platz 51 der Liste die abstrakte amerikanische Expressionistin Joan Mitchell auf (1925-1992) mit einem Auktionsumsatz von 31 Millionen Dollar 2017. „Frauen sind außen vor im Topsegment des Markts, in das 80 Prozent des Geldes fließen“, so Roman Kräuss. Kunst von Frauen erziele bei Auktionen im Schnitt nur halb so hohe Preise wie die ihrer männlichen Kollegen.

Die Abwesenheit von Frauen lässt sich nur zum Teil damit erklären, dass sie erst im 20. Jahrhundert vollen Zugang zu den Akademien bekamen, heißt es in dem Magazin. Selbst unter den Top 20 der nach 1950 geborenen Künstler finden sich nur drei Frauen: Marlene Dumas steht mit 17 Millionen Dollar Auktionsumsatz auf Platz 109, Cecily Brown mit 15 Millionen auf Platz 116 und Njideka Akunyily Crosby mit 10 Millionen Dollar auf Platz 170.

2016 waren die Preise insgesamt um 21 Prozent gefallen

Der Ökonom Kräussl hat die weltweit umfangreichsten Preisindizes für den Kunstmarkt entwickelt. Als deren Grundlage dienen Daten von mehr als 700 Auktionshäuser und von über fünf Millionen Verkäufen. Beim Kunstindex im Vorjahr hatte Kräussl ermittelt, dass die Preise für Nachkriegs- und Gegenwartskunst 2016 insgesamt gefallen waren, um 21 Prozent. "2016 war das Jahre des Kunst-Crashs", sagt Kräussl, der auch an der Stanford University forscht. dpa/Tsp

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