• Lianne La Havas, My Morning Jacket, The Chicks und Jarv Is...: Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Lianne La Havas, My Morning Jacket, The Chicks und Jarv Is... : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag stellen vier Popkritiker/innen ab 21 Uhr auf Radio eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Lianne La Havas, My Morning Jacket, The Chicks und Jarv Is...

Die Londoner Musikerin Lianne La Havas.
Die Londoner Musikerin Lianne La Havas.Foto: Warner Music

Lianne La Havas (Warner)
Das dritte Album nach sich selbst zu nennen, ist ein Statement. Tatsächlich scheint die 30-jährige Londoner Musikerin nach einer harten Zeit, in der sie den Tod naher Menschen und eine Trennung erlebte, zu neuer Stärke gefunden zu haben. Noch eleganter als auf den Vorgängeralben vermischt sie dabei Soul-, Folk- und Jazzelemente, wozu ihr meist eine sparsame Instrumentierung ausreicht. Bezaubernd. Nadine Lange, Tagesspiegel

My Morning Jacket: The Waterfall II (PIAS)
Jim James von der amerikanischen Rockband My Morning Jacket hat sich während des Lockdowns gelangweilt. Also sichtete er liegen gebliebenes Material aus den Sessions zum Album „The Waterfall“ (2015), und die derzeit eigentlich inaktive Band bastelte daraus flugs ein Nachfolge-Album zusammen. Der spirituelle Gestus dieser psychedelischen Roots-Rock-Meditationen passt bestens in die Zeit. Torsten Groß, Moderator

The Chicks: Gaslighter (Sony)
Während der Black-Lives-Matter-Proteste begann das Trio seine Album-Promo und entschied das „Dixie“ – Kosename für die amerikanischen Südstaaten zu Zeiten der Sklaverei – aus dem Namen zu streichen. Nun heißen sie The Chicks. Also „Die Hühnchen“, was ein abwertender Kosename für Frauen ist. „Gaslighter“ wiederum heißt ihr erstes Album seit 14 Jahren. Es ist die musikalische Abwertung von Sängerin Natalie Maines Ex-Mann, der sie betrog und verließ. Leise Banjos unter stampfenden Beats. Revenge-Pop mit Country-Reminiszenzen. Taylor Swifts „Red“ in der Boomer-Edition.. Julia Friese, Musikjournalistin

Jarv Is ... Beyond The Pale (Rough Trade)
Wenn Blur der Charles Dickens und Oasis der Bukowski des Britpop waren, dann waren Pulp der Philip Roth: intelligent, wortstark, mit Blick für die Zärtlichkeit in den Abgründen. Pulp-Sänger Jarvis Cocker ist nun mit der neuen Band Jarv Is ... zurück: eine düstere, aber durch und durch lebendige Sammlung absurder Alltagsgeschichten, zwischen Krautrock und Synthiepop inszeniert. Ein kleiner Triumph, zwar ohne Hymnen, aber voller zitierfähiger Zeilen für die Prä-Apokalypse. Joachim Hentschel, Musikjournalist

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