• Lonnie Holley, Christine and the Queens, Prince: Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Lonnie Holley, Christine and the Queens, Prince : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/-innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Lonnie Holley, Christine and the Queens, Prince und Beak.

Erinnerung. Posthum erscheint „Piano & A Microphone 1983“ von Prince.
Erinnerung. Posthum erscheint „Piano & A Microphone 1983“ von Prince.Foto: Allen Beaulieu / Warner

Lonnie Holley: MITH (Jagjaguwar)

Man kann das zentrale Stück dieser Platte „I Woke Up In A Fucked-Up America“ als Kommentar zu aktuellen Situation verstehen. Der 68-jährige Lonnie Holley aber wurde bereits in ein kaputtes Amerika hineingeboren – in den rassistischen Süden. Er entwickelte eine eigene Sprache als Künstler. Seit ein paar Jahren macht er auch Musik. Halluzinierende Meditationen, die mal wahnsinnig packend sind, mal aber auch unkoordiniert mäandern. Andreas Müller, Moderator

Christine and the Queens: Chris (Caroline)

Neu im Genre-Regal: Pansexueller Powerballadenpop mit Sounds aus den 80ern und Identitätspolitik aus der Gegenwart. An den besten Stellen ihres neuen Albums spielt Héloïse Letessier – alias Christine and the Queens oder einfach Chris – zu knuckelnden Funkrhythmen nicht-binäre Soli auf dem Umhängekeyboard. Wenn ihr noch ein paar Melodien einfallen, könnte sie richtig groß werden. Jens Balzer, Musikjournalist

Prince: Piano & A Microphone 1983 (Warner)

Vor zwei Jahren starb Prince an einer Überdosis an Schmerzmitteln – und dafür, dass sich zu seinen Lebzeiten Wunderdinge über sein Archiv erzählt wurden, in dem Tausende von unveröffentlichten Aufnahmen lagern sollten, ist erstaunlich wenig erschienen. Nun kommt „Piano & A Microphone 1983“, auf der Prince zu Klavierbegleitung singt. Schön. Die Welt dreht sich trotzdem einfach weiter. Tobias Rapp, Spiegel

Beak>: >>>(PIAS)

Ist das noch ein Nebenprojekt? Als Soundarchitekt von Portishead hat Geoff Barrow seit zehn Jahren nichts mehr veröffentlicht, mit Beak> sind es nun im selben Zeitraum drei Alben. Und die werden immer besser: Der generische Krautrock der ersten beiden Platten verwildert zusehends im Seventies- Irrgarten, wo zwischen den Ablegern von Traditionsgewächsen (Can, King Crimson, Robert Wyatt) neuerdings richtig gute Songs wuchern. Jörg Wunder, Tagesspiegel

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