Mehr Gleichberechtigung im Film : DOK Leipzig lobt Regisseurinnen-Preis aus

Weibliche Filmschaffende können sich ab diesem Jahr für einen neuen Preis des Filmfestivals DOK Leipzig bewerben. Er ist mit 5000 Euro dotiert.

Das DOK Leipzig ist das größte Dokumentarfilm-Festival in Europa.
Das DOK Leipzig ist das größte Dokumentarfilm-Festival in Europa.Foto: dpa/Jan Woitas

Das Dokumentarfilmfestival DOK Leipzig lobt einen neuen Regisseurinnen-Preis aus. Damit könnten weibliche Filmschaffende ab diesem Jahr auf mehr finanzielle Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Projekte hoffen, erklärte das Festival am Donnerstag in Leipzig und bestätigte damit einen Bericht von MDR Kultur.

Der Preis wird demnach gemeinsam mit dem sächsischen Kunstministerium ausgelobt. Er ist mit 5.000 Euro dotiert und soll erstmals auf der Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen Festivalausgabe am 28. Oktober verliehen werden.

Für den neuen Preis kommen den Angaben zufolge Beiträge in Frage, die für den sogenannten DOK Co-Pro Market ausgewählt wurden. Der Koproduktionsmarkt sei die zentrale Branchenplattform des DOK-Festes, auf dem Filmemacherinnen und -macher jeweils an den ersten beiden Festivaltagen nach Kooperations- und Finanzierungspartnern suchen könnten, hieß es. Die pro Festivaljahrgang etwa 35 Beiträge des Markets haben in der Folge auch die Aussicht auf weitere Preise, wie die Veranstalter erklärten. Bewerbungsschluss ist in diesem Jahr der 1. August.

Gezielte Förderung von Frauen in der Filmbranche

Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) sagte, sie freue sich, mit dem neuen Preis für das beste Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin auch in diesem Jahr die gezielte Förderung von Frauen in der Filmbranche unterstützen zu können. „Die Qualität der Filme von Frauen ist nicht besser oder schlechter als die von Männern“, betonte die Ministerin. Dennoch seien Filmemacherinnen in den meisten Ländern weiter deutlich unterrepräsentiert. Dies sei nicht zu rechtfertigen, betonte Stange. Von Diversität und Gleichstellung profitiere die gesamte Gesellschaft.

Die Leiterin des Festivalbereichs DOK Industry, Brigid O'Shea, sagte, die Veranstalter seien „unglaublich dankbar“, dass die Ministerin zusammen mit den Machern „die Kluft zwischen den Geschlechtern schließen möchte“. Dies sei nicht nur dringend notwendig, sondern auch ein Menschenrecht, betonte sie. Der neue Entwicklungspreis fördere und unterstütze Filmemacherinnen auf der ganzen Welt.

Das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm DOK Leipzig ist eines der größten seiner Art in Europa. Die diesjährige 62. Auflage des Filmfestes wird vom 28. Oktober bis zum 3. November veranstaltet. Zur Förderung weiblicher Dokumentarfilmer hatte das Festival im vergangenen Jahr eine Frauenquote von 40 Prozent für alle Wettbewerbsfilme eingeführt. Im deutschen Wettbewerb war diese Quote nach Angaben der Festivalleitung im vergangenen Jahr deutlich übertroffen worden.

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