Münchner Haus der Kunst : Bayerns Kunstministerin bedauert Okwui Enwezors Kritik

Ex-Museumschef Enwezor rechnet scharf mit der Kulturpolitik und der Stimmung in Deutschland ab. Bayerns Kunstministerin Kiechle findet seine Sicht der Dinge "bedauerlich".

Bayerns Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Marion Kiechle.
Bayerns Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Marion Kiechle.Foto: Sven Hoppe/dpa


Bayerns Kunstministerin Marion Kiechle bedauert die Äußerungen von Ex-Museumschef Okwui Enwezor zu seinem Abschied aus dem Haus der Kunst. „Die kuratorischen Leistungen von Herrn Okwui Enwezor für München und Bayern und das internationale Renomee sind unbestritten“, sagte die CSU-Politikerin am Sonntag. „Vor diesem Hintergrund ist seine im Nachgang geäußerte Sicht der Dinge trotz des einvernehmlich geschlossenen Auflösungsvertrages bedauerlich.“ Rund zwei Monate nach seinem krankheitsbedingt vorzeitigen Abschied aus dem Haus der Kunst hat Enwezor sich im aktuellen „Spiegel“ erstmals dazu geäußert. Er spricht im Interview von einer „Beleidigung“ und sagt, er habe den Eindruck, „nicht mehr erwünscht“ gewesen zu sein. „Ich beobachte sehr wohl, wie ich kulturell abgewertet werde.“ Der gebürtige Nigerianer glaubt, dies habe auch mit seiner Herkunft zu tun. Auch den immer schärferen Ton in der Flüchtlingsdebatte kritisiert er als "wirklich gefährlich". (dpa)

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