Musik : Rock- und Popkonzerte im April

Was haben Tokio Hotel und Bob Dylan gemeinsam? Richtig, sie treten beide im April in Deutschland auf. Ein Konzert-Überblick.

TOKIO HOTEL:

Sie sind die Teenie-Band, die polarisiert wie kaum eine andere: Die vier Magdeburger Jungs von Tokio Hotel werden entweder geliebt oder gehasst. Dabei sind sie überaus erfolgreich, gerade erst hat ihr zweites Album "Zimmer 483" die Charts erobert - und das nicht nur in Deutschland, sondern beispielsweise auch in Frankreich. Ihre "Zimmer 483 Tour" ist denn auch keine Deutschland-, sondern gleich eine Europa-Tournee mit Terminen in Tschechien, Polen, der Slowakei, Österreich, der Schweiz und Frankreich. Start ist am 3. April in Prag. Die erste deutsche Station ist Kempten am 13. April, weitere Konzerte in der Heimat sind in Frankfurt/Main (15.), Nürnberg (20.), Mannheim (21.), Stuttgart (23.), München (24.), Berlin (26.), Leipzig (27.) und Bremen (29.). Im Mai geht es weiter in Hamburg (1.), Oberhausen (2.), Trier (4.), Hannover (5.) und Köln (14.).

BOB DYLAN: Der große alte Mann des US-Folk-Rock zieht noch immer die Massen in seinen Bann. Seit nunmehr rund 40 Jahren gehört Bob Dylan zu den größten Songschreibern im Musikgeschäft, regelmäßig taucht er in der Kandidatenliste zum Literaturnobelpreis auf. Vom Anti-Kriegs-Song "Blowin' In The Wind" bis zu seinem aktuellen Album "Modern Times" hat er Fans wie Kritiker immer wieder begeistert, vor den Kopf gestoßen und vor Rätsel gestellt - alles gleichzeitig. Nun können sich Fans wie Fachleute gleichermaßen wieder ein Urteil über Dylans Live-Qualitäten bilden. Am 3. April spielt er in Hamburg, dann geht es nach Münster (5.), Düsseldorf (19.), Frankfurt/Main (21.) und Mannheim (30.). Im Mai folgen Leipzig (2.) und Berlin (3.).

ROGER WATERS: Bereits im vergangenen Jahr begeisterte Roger Waters bei seinem einzigen Deutschlandkonzert 14.000 Fans in Berlin mit einer Art "Best of Pink Floyd". Im Mittelpunkt des dreistündigen Konzerts stand die Komplettaufführung des gesamten Albums "The Dark Side Of The Moon" - eine Platte, die Rockgeschichte schrieb. Nun gibt der 62 Jahre alte Mitbegründer der legendären Gruppe mit drei Konzerten einem größeren Kreis von Fans die Chance, das Spektakel aus Musik, Licht- und Videoschau live zu erleben. Der Liederschreiber, Sänger und Bassist, der die britische Rockgruppe Mitte der 80er Jahre im Streit verlassen hatte, spielt in Köln (16.), Leipzig (18.) und Hamburg (19.).

JOAN ARMATRADING: Sie gilt seit Jahrzehnten als eine der Großen im umfangreichen Reservoir britischer Singer/Songwriter. Dazu kann sich Joan Armatrading einen weiteren Erfolg zuschreiben: Sie hat als eine der ersten schwarzen Sängerinnen auf der Insel durchschlagenden Erfolg gehabt. 1976 schaffte sie mit ihrem dritten, schlicht selbstbetitelten Album den Durchbruch; mittlerweile hat sie eine dermaßen stabile Fanschar, dass sie auch ohne neues Album oder große Touren gut klar kommen würde - doch die Kreativität der 56-Jährigen scheint nicht zu versiegen. Am 13.4. kommt ihr neues Album "Into The Blues" auf den Markt, bereits am Tag zuvor startet sie ihre Deutschland-Tour in Hamburg. Weiter geht es in Tuttlingen (18.), Mannheim (19.), Bonn (20.), Bochum (21.) und München (23.).

KEITH URBAN: Im Laufe des vergangenen Jahres hat der Countrysänger vor allem mit seinem Privatleben Schlagzeilen gemacht: Im Juni 2006 heiratete Keith Urban in einer romantischen Zeremonie die Oscar-Preisträgerin Nicole Kidman, nur vier Monate später begab er sich wegen seiner langjährigen Alkoholprobleme in eine Entzugsklinik. Nun scheint er clean zu sein und will wieder musikalisch Furore machen: Mit seinem aktuellen Album "Love, Pain And The Whole Crazy Thing" kommt Urban nach München (19.), Köln (21.) und Hamburg (22.).

BEYONCÉ KNOWLES: Sie ist erst 25 Jahre alt und schon einer der US-Superstars. Beyoncé hatte bereits im Teenie-Alter mit ihrem Mädchentrio Destiny's Child weltweiten Erfolg. 2003 startete sie dann als Solo-Künstlerin voll durch - ihr aktuelles Album "B'Day" eroberte die Charts und gewann einen Grammy. Auch auf der Leinwand hat sich die schwarze Künstlerin etabliert: Ihr letzter Film "Dreamgirls" nach einem Broadway-Musical wurde ein großer Erfolg und heimste zwei Oscars ein. Ihre Deutschlandtournee beginnt die R&B-Sängerin am 30. April in Frankfurt/Main. Die weiteren Termine im Mai sind: Stuttgart (1.), München (7.), Halle/Westfalen (12.), Berlin (13.), Hamburg (14.) und Oberhausen (17.).

SIDO: Mit silberner Totenkopfmaske und extremen Texten wurde er bekannt, inzwischen bemüht sich der Berliner Rapper Sido, sein Bösewicht-Image abzuschwächen. In seinem Song "Straßenjunge" heißt es: "Ich bin kein Gangster, kein Killer, ich bin kein Dieb, ich bin nur ein Junge von der Straße." Auf seiner "Halt's Maul, zahl Eintritt Tour" präsentiert Sido alias Paul Würdig die Songs seines zweiten Albums "Ich". Auf der Bühne zu erleben ist der 26-Jährige in Bremen (3.), Essen (4.), Kiel (5.), Münster (7.), Köln (8.), Hannover (9.), Hamburg (10.), Berlin (11.), München (12.), Karlsruhe (13.), Ulm (15.), Mannheim (16.), Augsburg (17.), Nürnberg (18.), Leipzig (19.), Dresden (20.), Chemnitz (21.), Saarbrücken (25.), Frankfurt/Main (26.), Magdeburg (27.), Rostock (28.).

SCISSOR SISTERS: Mit ihrem Tanz-Hit "I Don't Feel Like Dancing" stürmte die New Yorker Band Scissor Sisters im vergangenen Jahr die Charts. In der Silvesternacht begeisterten sie in Berlin, später wurden sie als "Shooting Star" mit einem Bambi ausgezeichnet. Mit ihrer Mischung aus Dance, Rock und Funk wollen die fünf Musiker nun die deutschen Hallen zum Kochen bringen. Neben den Stücken des aktuellen Albums "Ta-Dah" können die Zuschauer eine spektakuläre Show erwarten. Zu sehen ist die schrille Gruppe, die von Elton John, Duran Duran, Roxy Music und vor allem den Bee Gees beeinflusst ist, in München (10.), Stuttgart (11.), Köln (13.) und Hamburg (15.).

SUGABABES: Die Zusammensetzung des Trios wechselte schon öfter, ihrer musikalischen Linie blieben die Sängerinnen der britischen Band Sugababes aber treu: Elektronische Popmusik mit eingängigen Refrains. Seit 2000 und der ersten Single "Overload" sind die sexy Musikerinnen überaus erfolgreich. Nach eigenen Angaben haben sie bereits mehr als acht Millionen Tonträger verkauft. Ende des vergangenen Jahres veröffentlichten sie mit "Overloaded: The Singles Collection" eine Best-Of-Kollektion, die neben dem Hit "Push The Button" die Balladen "Stronger", "Shape", oder "Caught In A Moment" enthält. In Deutschland ist die Gruppe in Berlin (20.) und Köln (21.) zu sehen.

PETER MAFFAY: Rockmusiker Peter Maffay stellt auch seine neue Tournee in den Dienst Not leidender Kinder. Unter dem Motto "Begegnungen - Eine Allianz für Kinder" reist der Musiker mit seiner Band durch Deutschland. Vor rund acht Jahren hatte Maffay sich mit Künstlern aus aller Welt zu einem ersten Projekt "Begegnungen" zusammengetan, um ein Zeichen gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus zu setzen. "Das Experiment hat funktioniert, und wir haben damit ein großes Publikum erreicht", sagt Maffay. "Die Kinder auf dieser Welt brauchen eine Lobby", begründete er die Entscheidung, die "Begegnungen" noch einmal aufzulegen. Maffay tritt in Mannheim (14.), Leipzig (16.), Köln (18.), Stuttgart (20.), München (21.), Hamburg (25.), Bremen (27.), Berlin (28.) und Halle/Westfalen (29.) auf. Im Mai kommt der 57-Jährige nach Frankfurt/Main (1.), Dortmund (4.), Kiel (6.), Braunschweig (7.) und Nürnberg (8.). (tso/dpa)

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