Musikalischer Weltrekordversuch : Das ganze Gesangbuch in 40 Stunden

Ob es gereicht hat für den Weltrekord im "Dauersingen christlicher Choräle"? Mehrere hundert Choristen sagen in der Prenzlauer Nikolaikirche über 40 Stunden lang". Jetzt muss das "Guinness World Records"-Büro den Marathon prüfen.

Choräle nonstop: Werbeplakat für den Marathonversuch.
Choräle nonstop: Werbeplakat für den Marathonversuch.Foto: Promo St. Nikolai


Der musikalische Weltrekordversuch in Brandenburg zum 500. Reformationsjubiläum ist am Morgen des Reformationstags zu Ende gegangen. Bei dem Nonstop-Konzert in der Prenzlauer Nikolaikirche mit mehreren hundert Teilnehmern seien von stündlich wechselnden Chören alle 535 Lieder des evangelischen Gesangbuches ohne größere Unterbrechungen gesungen worden, sagte Pfarrerin Sophie Ludwig am Dienstag in Prenzlau. Das Konzert dauerte mehr als 40 Stunden.

Ob der Weltrekord in der neu angemeldeten Rubrik „Dauersingen christlicher Choräle“ auch vom Büro von „Guinness World Records“ anerkannt werde, sei noch offen, sagte Ludwig. Dazu müssten dort erst die Aufzeichnungen des Singe-Marathons geprüft werden. Einen offiziellen Juror vor Ort einzusetzen und eine schnellere Entscheidung zu bekommen, sei zu teuer gewesen, sagte die Pfarrerin. Dafür hätten pro Tag 10.000 Euro gezahlt werden müssen.
Die auf der Internetseite der Kirchengemeinde aufgeführten Bedingungen für den Weltrekord unter dem Titel „Choral total“ von mindestens zwölf Sängern pro Chor und pausenlosem Musizieren seien weitgehend erfüllt worden. „Es wurde immer gesungen, aber wir waren nicht immer zwölf“, sagte die Pfarrerin: „Wir hoffen.“

Einzelne Zuhörer übernachteten in der Kirche

Das Nonstop-Konzert lief den Angaben zufolge von Sonntagmittag bis gegen halb acht Uhr morgens am 31. Oktober. Beteiligt hätten sich neben größeren Chören unter anderem aus Pasewalk, Eberswalde, Templin und Prenzlau auch einzelne Chorsänger, die alleine zu dem Weltrekordversuch kamen, sagte Ludwig. Tagsüber hätten die Chöre zum Teil bis zu 30 Sänger gezählt, nachts seien es jedoch weniger gewesen.
In der Kirche seien auch rund um die Uhr Zuhörer vor Ort gewesen, mehrere Gäste hätten sogar wegen der Atmosphäre in der Kirche übernachtet und seien bei Kerzenlicht mit Choralgesang eingeschlafen und wieder aufgewacht, sagte die Pfarrerin. Es seien immer mindestens 20 und zwischendurch bis zu 100 Zuhörer dagewesen, sagte Ludwig: „Es war ein Kommen und Gehen, aber immer besinnlich.“ epd

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