Nach der Ausstellung im DHM : Die Gebrüder Humboldt gehören ins Forum

... und freier Eintritt in Berlins Museen. Das Humboldt Forum sollte nach seiner Inbetriebnahme über seine Namensgeber informieren.

Werden die Brüder vertreten sein? Ab 2021 soll das Humboldt Forum seinen vollen Betrieb aufnehmen.
Werden die Brüder vertreten sein? Ab 2021 soll das Humboldt Forum seinen vollen Betrieb aufnehmen.Foto: Lisa Ducret/ picture alliance/ dpa

So voll wie bei den Humboldts im Deutschen Historischen Museum war es selten. Wilhelm und Alexander ziehen immer noch, und die von Bénédicte Savoy und David Blankenstein kuratierte Ausstellung (bis 19. April 2020) inspiriert Humboldt-Kenner und Besucher, die sich mit den Brüdern noch nicht sehr beschäftigt haben, gleichermaßen. Zu kurz kommt dabei leider das persönliche Verhältnis der beiden zueinander.

Zur Eröffnung kündigte Kulturstaatsministerin Monika Grütters freien Eintritt ins DHM an. Das soll ab dem nächsten Jahr und für die Dauerausstellung gelten – ähnlich wie im Humboldt Forum, das allerdings erst einmal eröffnen muss. Die Maßnahme ist gut für die Häuser und ihr Publikum, wenn es der Bund finanziert.

Bei den anderen staatlichen Museen, zum Beispiel auf der Museumsinsel nebenan, bleibt es beim Bezahlen an der Tür. Doch der erste Schritt ist getan. Ab 2021, wenn das Humboldt-Forum hoffentlich seinen vollen Betrieb aufnimmt, müssen Kombi-Tickets angeboten werden – von der christlichen Kunst des Bode-Museums über die Antike zu den Sammlungen aus ferneren Kontinenten.

Wenn man die Humboldt-Ausstellung im Deutschen Historischen Museum mit ihren überraschenden Objekten betrachtet, wird schlagartig klar: Sie gehört zukünftig ins Humboldt Forum.

Eine nähere Begegnung mit den Humboldts ist bisher nicht geplant

Kostbare Leihgaben wie das Marmorkrokodil aus den Vatikanischen Museen werden natürlich zurückgegeben – in der Ausstellung befinden sich aber jetzt auch schon etliche Kopien von Humboldt-Dokumenten, zum Beispiel der spanische Reisepass oder die Zollerklärung der US-Behörden in Philadelphia, wo Alexander von Humboldt 1804 ankam; die letzte Station der fünfjährigen Amerikareise.

Das Humboldt Forum muss über seine Namensgeber informieren. Und es muss so fantasievoll und zugänglich gemacht werden wie bei Savoy und Blankenstein. Zuständigkeiten hin oder her: Eduard Gaertners Berlin-Panorama, jetzt also im DHM in einer engen Parzelle zu erleben, gehört unbedingt auch ins Humboldt Forum. Das Schloss ist zu sehen auf dem Bild anno 1834. Und so viele andere Stücke schreien danach, im Forum der Humboldts dabei zu sein, bei ihren Urhebern.

Bislang sehen die Planungen eine nähere Begegnung mit den Humboldts nicht vor. Es wird eine Darstellung der Geschichte des Ortes geben, Schloss-Etappen, Palast der Republik, und im Berlin-Teil soll es um „historische und gegenwärtige Entwicklungen“ gehen, die Berlin mit der Welt verbinden.

Das wird nicht genügen. Denn auch nach den Humboldt-Feierjahren ist vieles aus dem unfassbar produktiven Arbeitsleben der Brüder wenig bekannt, zumal bei Wilhelm. Und bei Alexander gibt es immer wieder Neues, Unerwartetes.

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