Nach Rücktritt des Direktors : Monika Grütters verteidigt Jüdisches Museum

„Inhaltliche Autonomie ist ein hohes Gut“: Kulturstaatsministerin Monika Grütters spricht dem Jüdischen Museum nach dem Rücktritt von Peter Schäfer Mut zu.

Peter Schäfer
Peter SchäferFoto: Wolfgang Kumm/dpa

Der Stiftungsrat des Jüdischen Museums Berlin (JMB) hat sich nach dem Rücktritt von Direktor Peter Schäfer auf einer Sondersitzung geschlossen hinter das Haus gestellt und alle Vorwürfe, das JMB verfehle seine Stiftungsziele oder hätte seine inhaltliche Richtung verloren, zurückgewiesen. Laut einer Mitteilung des Museums dankte der Stiftungsrat Peter Schäfer außerdem ausdrücklich für seine Arbeit.

Die Vorsitzende des Stiftungsrats, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, wurde auf der Sitzung bevollmächtigt, eine Vertrauensperson zu benennen, die bis zum Dienstantritt einer neuen Direktorin oder eines neuen Direktors die Stiftung konzeptionell berät. Geleitet wird das Haus so lange vom Geschäftsführenden Direktor Martin Michaelis.

„Ich habe mich seit meinem Amtsantritt immer wieder aktiv darum bemüht, das JMB vor Unterstellungen und unberechtigter Vereinnahmung – von welcher Seite auch immer – zu schützen“, sagte Grütters. „Die inhaltliche Autonomie des Jüdischen Museums Berlin und seine Unabhängigkeit sind ein hohes Gut und garantieren seit seiner Gründung ein innovatives, diskursorientiertes Programm.“ In der Sitzung sei deutlich geworden, dass gerade auch Juden sich in der Arbeit des JMB wiedererkennen müssten.

Auslöser für Schäfers Rücktritt war ein Tweet des Museums mit einer Leseempfehlung zur BDS-Bewegung (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen), die ein Ende der israelischen Besatzung des Westjordanlandes und Ost-Jerusalems fordert. Tsp/dpa

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