Nérija, Orsons, Lloyd Cole, Clairo : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker*nnen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Nérija, Orsons, Lloyd Cole und Clairo.

Das Nérija-Septett aus London.
Das Nérija-Septett aus London.Foto: Perry Gibson

Nérija: Blume (Domino Records)

Bandname und Albumtitel lassen Esoterisches vermuten, tatsächlich handelt es sich bei Nérija um ein überwiegend weiblich besetztes Kollektiv aus herausragenden Akteurinnen der jungen Londoner Jazz-Szene. Deren Debüt wurde von Kwes (Solange, Bobby Womack) überwiegend live produziert. Der ideale Rahmen für ein furioses Ensemble, das die Spiritualität und den Freiheitswillen des Jazz der späten sechziger und frühen siebziger Jahre in die Gegenwart überträgt. Torsten Groß, Moderator

Die Orsons: Orsons Island (Chimperator)

Deutsch-Rap, der Spaß macht, und trotzdem mit einer gewissen Ernsthaftigkeit von den Ängsten des modernen Lebens erzählt: Die vier Rapper aus Süddeutschland versuchen die Leerstellen ihres Genres zwischen Gangster-Rap und Popmusik zu füllen. Mit viel Wortwitz und jeder Menge Ideen begeben sie sich auf eine kleine Reise in vier Kapiteln, wobei das Ziel am Ende natürlich das eigene Ich ist. Annett Scheffel, Musikexpress

Lloyd Cole: Guesswork (Earmusic/Edel)

Der britische Edel-Melancholiker hat, neben seinen in der Regel grandiosen Gitarrenalben, bereits diverse elektronische Werke aufgenommen. Recht interessante, aber wenig zwingende Platten waren das. Auf seinem Album "Guesswork" verbindet er erstmals sein Pop-Songwriting mit Synthie-Klängen. Dazu schaut er wieder mal griesgrämig vom Cover. Diese Miesepetrigkeit hat bei Lloyd Cole Tradition. André Boße, Musikjournalist

Clairo: Immunity (Caroline)
Der nächste Jungstar aus dem Internet heißt Claire Cottrill alias Clairo. Ihren ersten viralen Hit hatte sie vor zwei Jahren mit dem schraddeligen Webcam-Video zu dem Synthie-Song „Pretty Girl“. Auf ihrem Majordebüt beweist die 20-jährige Amerikanerin jetzt, dass sie noch viel mehr drauf hat und tänzelt in elf Lo-Fi-Stücken elegant zwischen Songwriter-Melancholie, Trap-Beats und schönen Indie-Pop-Melodien herum. Nadine Lange, Tagesspiegel

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!