Neue Kontaktstelle in Berlin : Bürokratische Hürden bei NS-Raubgut nehmen

Der „Help Desk NS-Raubgut“ soll Opfern des NS-Regimes, denen in der NS-Zeit Kulturgüter entzogen wurden, und ihren Nachfahren die Kontaktaufnahme erleichtern.

V ersteht sich als zentraler Ansprechpartner zu Fragen unrechtmäßiger Entziehungen von Kulturgut in Deutschland im 20. Jahrhundert. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg.
V ersteht sich als zentraler Ansprechpartner zu Fragen unrechtmäßiger Entziehungen von Kulturgut in Deutschland im 20....Foto: Jens Wolf/ dpa/ picture alliance

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste hat eine neue Kontaktstelle in Berlin eingerichtet. Der „Help Desk NS-Raubgut“ wird seit 1. Januar 2020 von der Kunsthistorikerin Susanne Meyer-Abich betreut, wie die Stiftung am Donnerstag mitteilte. Sie soll als „Kontakt- und Vertrauensperson“ in Berlin insbesondere nicht in Deutschland lebenden Betroffenen helfen, die mit dem deutschen Kulturföderalismus nicht vertraut seien.

An die Kontaktstelle können sich Menschen wenden, denen in der NS-Zeit Kulturgüter verfolgungsbedingt entzogen wurden, sowie ihre Nachfahren. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte, viele potenzielle Restitutionsfälle seien „schon inhaltlich außerordentlich komplex“. Um den oft im Ausland lebenden Opfern des NS-Regimes und ihren Nachfahren die Orientierung zu erleichtern und Ansprechpartner nennen zu können, gebe es nun die Berliner Beratungsstelle.

Gilbert Lupfer, wissenschaftlicher Vorstand des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste in Magdeburg, fügte hinzu, es bestehe seit längerem „das Bedürfnis nach stärkerer fachlicher Beratung bei der Suche nach Kulturgütern aus Familienbesitz, beim Finden der zuständigen Ansprechpartner sowie im Dialog auf Augenhöhe mit Museen, Bibliotheken und Behörden in Deutschland“.

Susanne Meyer-Abich studierte Kunstgeschichte, Englisch und Italienisch. Von 1998 bis 2016 arbeitete Sie in internationalen Auktionshäusern, als Fachübersetzerin für Kunst und Kultur und seit November 2016 als leitende Redakteurin beim „Journal for Art Market Studies“ an der Technischen Universität Berlin. (epd)

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