Nile Rodgers/Chic, Suede, Mudhoney, Adam Angst : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/-innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Nile Rodgers/Chic, Suede, Mudhoney und Adam Angst.

Discogott. Nile Rodgers und Chic funken wieder.
Discogott. Nile Rodgers und Chic funken wieder.Foto: ERIC GAILLARD/dpa

Nile Rodgers/Chic: It’s About Time (Universal) KRITIK VERLINKEN CHRISTIAN

Er hat die Funk-Gitarre quasi erfunden und 1978 mit „Le Freak“ den Disco- Hit schlechthin geschrieben. Dann verlor sich die Spur seiner Band im Strudel ihrer Epigonen, während er mit dem lockersten Handgelenk der Welt unermüdlich Hits komponierte – für andere. Jetzt sei es an der Zeit, meint Rodgers. Aber wofür? Discos für seinen „Good Times“-Hedonismus gibt es nicht mehr. Kai Müller, Tagesspiegel

Suede: The Blue Hour (Warner)

Klassik und Pop, daraus wird meist Kitsch. Allerdings sind Suede ohne Pomp, Glamour und große Gesten nicht denkbar, die Zusammenarbeit der britischen Band mit den Prager Sinfonikern ist konsequent. Es geht um letzte Dinge, das Verrinnen der Zeit, die Abgründe in uns allen. Ein emotionaler Parforceritt. Torsten Groß, Moderator

Mudhoney: Digital Garbage (SubPop)

In der Ära wütender Populisten tun die alten Grunge-Recken, was alte Grunge-Recken tun müssen – gallig über den verdorbenen Zeitgeist ablästern. Zwischen zentnerschwerem Matsche-Rock und Hardrock-Breakern finden Mudhoneys hier die schlammgoldene Mitte zwischen Humor und heiligem Ernst. Julia Lorenz, Tip

Adam Angst: Neintology (Grand Hotel v. C.)

Das zweite Album der „Boyband mit Tattoos“ ist der perfekte Soundtrack zur deutschen Empörungskultur. In wuchtigen Punkrocksongs regt sich Felix Schönfuss über Nazis und Machos auf, plädiert für Toleranz, entwirft finstere Zukunftsvisionen. Nichts Neues? Stimmt, macht trotzdem Spaß. Birgit Fuß, Rolling Stone

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