Norah Jones, Bob Dylan, Someone : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Norah Jones, Bob Dylan, Someone und Amnesia Scanner.

Elegant melancholisch. Norah Jones.
Elegant melancholisch. Norah Jones.Foto: Diane Russo

Norah Jones: Pick Me Up Off the Floor (Blue Note)

Ausgehend von älteren Sessions mit diversen Gästen hat Norah Jones ein elegant-melancholisches Album geschaffen, das sich startend von ihrem Jazz-Fundament immer wieder in Richtung Americana und Soul bewegt. Das steht der 41-Jährigen erstaunlich gut, wie besonders die zwei mit Wilco-Boss Jeff Tweedy komponierten Songs zeigen. Nadine Lange, Tagesspiegel

Bob Dylan: Rough And Rowdy Ways (Columbia)

Sei der Meister zum Pandemie-Beginn den Track „Murder Most Foul“ veröffentlichte, sind die Dylanologen der Ekstase nah. Doch bereits ein erstes oberflächliches Hören von Dylans 39. Studioalbum zeigt, dass man kein Fanatiker sein muss, um Vergnügen an dieser tatsächlich rauen Song-Sammlung zu finden. Die Stimmung ist trüb, der Tod nah und kaum eine Band auf diesem Planeten spielt so schönen Rumpel- R’n’B. Andreas Müller, Moderator

Someone: Orbit II (Pias)

Someone. Ein unbestimmtes Pronomen, mit dem die gleichnamige Künstlerin das Versprechen von Pop auf den Punkt bringt: Hier spricht keine Person, sondern eine Figur, in deren Inszenierung man hineindeuten kann, was man will. Der luftige Gitarren- und Synth-Pop erinnert an Feist, Air oder Goldfrapp. Das große Versprechen löst er leider nicht ein. Christoph Möller, Musikjournalist

Amnesia Scanner: Tearless (Pan)

Kühne, kalt erleuchtete Gospelmusik über das bevorstehende Ende der Menschheit; man hört rostige Roboter singen, melodiös zerschredderten Stadion-Rave und einen von einer KI komponierten Black-Metal-Song. Sehr gut! Jens Balzer, Die Zeit

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