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Opernsänger und Dirigent : Tenor Peter Schreier ist tot

Er war einer der führenden lyrischen Tenöre des 20. Jahrhunderts. Jetzt ist der Opernsänger Peter Schreier im Alter von 84 Jahren in Dresden gestorben.

Peter Schreier (Archivbild von 2013)
Peter Schreier (Archivbild von 2013)Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Der große Opernsänger und Dirigent Peter Schreier ist tot. Er starb am ersten Weihnachtsfeiertag nach langer Krankheit in Dresden, wie seine langjährige Sekretärin der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag sagte. Zuerst hatten die „Dresdner Neuesten Nachrichten“ darüber berichtet. Schreier galt als einer der führenden lyrischen Tenöre des 20. Jahrhunderts.

Mit 65 hatte er nach Jahrzehnten voller Stress und Druck Abschied von Opern- und Konzertbühne genommen. Danach war er meist nur noch als Dirigent und Lehrer aktiv, bis es zu beschwerlich wurde für seine angeschlagene Gesundheit. Schreier plagten Rückenprobleme, er lebte mit Bypässen und war Diabetiker. Dennoch widmete er sich noch im hohen Alter seiner Liebe zur Musik; noch letztes Jahr dirigierte der gefeierte Bach-Interpret in der Leipziger Thomaskirche Bachs Johannespassion.

Der in Meißen geborene Schreier kam mit acht Jahren zum Dresdner Kreuzchor und studierte später in Dresden Gesang und Dirigieren. 1959 stand er erstmals auf der Opernbühne - als Erster Gefangener in Beethovens „Fidelio“.

Drei Jahre später schaffte er den Durchbruch als Belmonte in Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“. Danach gastierte er von New York bis Mailand auf den wichtigsten Opernbühnen der Welt und wurde international ausgezeichnet.

  • Peter Schreier sang mit acht Jahren im Dresdner Kreuzchor und blieb der Stadt zeitlebens verbunden
  • Die Stimme des Lied- und Opernsängers war hell, klar, schlackenfrei: das Gegenteil eines kraftmeiernden Tenors
  • Peter Schreier war unter den Sängerinnen und Sängern der DDR der wichtigste "Exportschlager" des Landes
  • Mit 65 Jahren trat er von der Opernbühne ab, blieb aber bis ins hohe Alter als Lehrer und Dirigent aktiv
  • Schreier starb am 2. Weihnachtsfeiertag mit 84 Jahren

Das Markenzeichen der Sänger-Legende war sein helles, klares, makelloses Timbre: In seinen mehr als 60 Partien verkörperte Schreier das Gegenteil eines kraftmeiernden Tenors und war auf vielen Bühnen zu Hause, bei den Salzburger Festspielen genauso wie im DDR-Unterhaltungsfernsehen. Bald wurde er der wichtigste DDR-Exportschlager auf sängerischem Gebiet. Er genoss Privilegien, und das ohne SED-Parteibuch.

Als Dirigent stand er in Wien und New York am Pult

1972 war er an der Staatsoper Berlin von ehemaligen Kommilitonen gefragt worden, ob er nicht mal den Taktstock führen wolle. Er stand dann unter anderem bei den Wiener Philharmonikern und beim New York Philharmonic Orchestra am Pult. Doch er blieb in seiner Heimat verwurzelt. „Mir würde etwas fehlen, wenn ich nicht in Dresden leben könnte“, sagte er stets. (Tsp/dpa)

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