Preis der Nationalgalerie 2019 : Nationalgalerie nennt Kandidaten für ihren Preis

Die vier Nominierten kommen aus Estland, Frankreich, England und Kosovo.

Haben Chancen auf den Preis der Nationalgalerie: Katja Novitskova, Pauline Curnier Jardin, Simon Fujiwara und Flaka Haliti (v. li.).
Haben Chancen auf den Preis der Nationalgalerie: Katja Novitskova, Pauline Curnier Jardin, Simon Fujiwara und Flaka Haliti (v....Foto: David von Becker

Die Shortlist für den Preis der Nationalgalerie 2019 steht fest, vier Installationskünstlerinnen wurden von der Jury benannt. Die Namen wurden am Freitagabend im Hamburger Bahnhof verkündet. Der prestigeträchtige Berliner Kunstpreis wird alle zwei Jahre im Herbst vom Verein „Freunde der Nationalgalerie“ vergeben. Die Gewinnerin bekommt eine Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie. Eine große Chance also, sich einem breiten Publikum und der internationalen Kunstwelt zu präsentieren.

Nominiert sind dieses Mal die 1980 geborene Französin Pauline Curnier Jardin, deren Arbeiten bei der Venedig Biennale 2017 zu sehen waren. Sie denkt mit Humor und diversen Medien, wie Film, Skulptur und Performance über moderne geschlechtliche Identitäten nach. Curnier Jardin hat zuletzt viel in den Niederlanden, in Frankreich und Belgien ausgestellt und ist selbst ein bisschen überrascht, dass man sie in Berlin auf dem Zettel hatte. Jüngst mit dem Ars Viva Preis ausgezeichnet ist die Künstlerin Flaka Haliti, 1982 in Pristina geboren. Haliti arbeitet skulptural und installativ und beschäftigt sich als aus dem Kosovo vertriebene Albanerin mit den Grenzen Europas.

Die dritte Nominierte ist Katja Novitskova, 1984 in Tallin geboren. Novitskova dürften einige Beobachter bereits auf dem Schirm gehabt haben, weil sie mit ihren anthropomorphen Skulpturen aus Technikteilen und digitalen Prints sehr nah am Puls der Zeit ist. Sie macht sichtbar und fühlbar, dass es die Grenze zwischen natürlicher Welt und digitalem Bildraum nicht mehr gibt. Außerdem gehört der 1982 in London geborene Künstler Simon Fujiwara zum Kreis der Finalisten.

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Die Jury, der unter anderen die Filmemacherin Doris Dörrie und Bige Örer, die Direktorin der Istanbul Biennale angehörten, wurden unter anderem durch „Hope House“ auf Fujiwara aufmerksam. Er hat eine Replik des Amsterdamer Anne Frank Museum gebaut und untersucht, wie wahre Geschichten fiktionalisiert werden und uns, trotz der fehlenden Authentizität, berühren und inspirieren. Im Herbst geht es dann mit einer gemeinsamen Schau aller vier Kandidaten im Hamburger Bahnhof weiter.

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