• Preis für Barbara Honigmann: Die Schriftstellerin Barbara Honigmann erhält den Bremer Literaturpreis

Preis für Barbara Honigmann : Die Schriftstellerin Barbara Honigmann erhält den Bremer Literaturpreis

Die Jury würdigt ihren Vater-Roman "Georg": Im Januar wird Barbara Honigmann dafür in Bremen mit dem Literaturpreis ausgezeichnet.

Die Schriftstellerin Barbara Honigmann.
Die Schriftstellerin Barbara Honigmann.Foto: dpa/Ingo Wagner

Die Schriftstellerin Barbara Honigmann hat sich mit autobiografischen Fiktionen einen Namen gemacht. Nun erhält sie den mit 25.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2020. Mit der Auszeichnung würdigt die Jury insbesondere ihren Roman „Georg“, der auf der Biografie ihres Vaters basiert.

Das in poetischer Prosa gezeichnete Porträt eines Bonvivant, Kommunisten und deutschen Juden vergegenwärtige die Geschichte des 20. Jahrhunderts, indem es in die Abgründe dieser Figur blicke, heißt es in der Begründung. Dieser Blick verbinde die Genauigkeit des Nahblicks mit hellwacher Aufmerksamkeit auf die bedrängenden Zeitumstände, wie ie Rudolf-Alexander-Schröder-Stiftung mitteilte, die den Preis verleiht.

Die 70-jährige, nach der Rückkehr der Eltern aus dem Exil in Ost-Berlin geborene Autorin siedelte in den 80er Jahren mit ihrer Familie nach Straßburg über.

Ihre Bücher seien Berichte in eigener Sache, "autobiografische Reportagen, wenn es so etwas gibt. Ihre Familiengeschichte und die Herkunft aus einem kommunistischen Elternhaus, in dem das Jüdischsein keine Rolle spielte, hat sie dabei mehrfach abgeschritten", schrieb Jörg Magenau im Tagesspiegel, anlässlich der Veröffentlichung ihres Buchs "Chronik meiner Straße" im Jahr 2015.

Zu Honigmanns bekanntesten Werken zählen "Roman von einem Kinde", "Eine Liebe aus nichts" und "Damals, dann und danach".

Der Förderpreis geht an den Österreicher Tonio Schachinger

Auch ein Förderpreis wird verliehen, er ist mit 6000 Euro dotiert. Er geht an den österreichischen Autor Tonio Schachinger für sein Romandebüt „Nicht wie ihr“. Das Buch erzählt von einem Profikicker aus Wien, der mit Witz und kontrollierter Wut auf Zumutungen und ethnische Vorurteile reagiert.

Preisverleihung ist am 20. Januar im Bremer Rathaus. Die nach dem Bremer Dichter Rudolf Alexander Schröder benannte Stiftung vergibt den Literaturpreis seit 1962 jährlich. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Elfriede Jelinek, Marcel Beyer, Alexander Kluge und Friederike Mayröcker. dpa/chp

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