Ryley Walker, Parquet Courts, Wooden Shjips : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/-innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Ryley Walker, Parquet Courts, Tracyanne & Danny und Wooden Shjips

Der Singer-Songwriter Ryley Walker.
Der Singer-Songwriter Ryley Walker.Foto: Evan Jenkins

Ryley Walker: Deafman Glance (Dead Oceans)

Ein Jahr lang hat Ryley Walker aus Chicago mit den Songs seiner neuen Platte gekämpft, auf der er sich der Improv- Szene seiner Stadt annähert. „Deafman Glance“ hat unglaublich intensive Acid-Folk Momente. Etwas, das Walker wahrscheinlich gar nicht hören möchte. Das Album lässt ahnen, dass man sich um diesen Musiker, der alle Symptome einer manisch-depressiven Erkrankung zeigt, Sorgen machen muss. Andreas Müller, Moderator

Parquet Courts: Wide Awake (Beggars)

Anwärter auf das Gitarren-Album des Frühsommers, mindestens. Das liegt am leicht verpeilten Slacker-Punk der Parquet Courts, der so grandios beiläufig daherkommt, als wären die Songs zwischen Frühstückskippe und erstem Kaffee entstanden. Und an den Texten, die zwar irgendwie latent politisch sind, das aber nicht raushängen lassen. Und daran, dass Danger Mouse so produziert hat, dass niemals der Verdacht auf glatte Pop-Poliertheit entsteht. Christine Franz, Musikjournalistin

Tracyanne & Danny: (Merge Records)

In Zeiten von Neoklassik und Laptop-R’n’B Dur-lastige 60s-Empfindsamkeit zu beschwören, ist ein Statement. Tracyanne Campbell von Camera Obscura und Danny Coughlan von Crybaby vereinen auf ihrem neuen Projekt das beste ihrer Bands: ferne Gitarren, sehnsüchtigen Gesang, glühenden Phil Spector-Pop. Alles klingt wunderbar abgestimmt. Darunter brodelt dicke Melancholie. Ein Sommeralbum. Oliver Schwesig, Deutschlandfunk Kultur

Wooden Shjips: V (Thrill Jockey)

Das fünfte Album der Wooden Shjips soll einen Gegenentwurf zum Tumult der modernen Welt sein. Die psychedelischen Space-Rock-Grooves mäandern allerdings ziemlich ziellos durch die Straßen San Franciscos, Gründungsort des Quaretts. Mastermind Ripley Johnson wohnt inzwischen in Portland, wo er im vergangenen Jahr auf seiner Terrasse saß und dem Ascheregen der Waldbrände zusah. Allerdings haben die ausufernden Songs ohne Struktur und Steigerung die hypnotische Wirkung eines viel zu heißen Sommertages. Entspannend ist das nicht. Anke Myrrhe, Tagesspiegel

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