Schröder-Porträt : "Ich find' es schön"

Der Düsseldorfer Maler Jörg Immendorff hat dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder ein Porträt geschenkt. Das Bildnis, das Schröders Gesicht in Gold zeigt, soll als Dauerleihgabe des früheren Regierungschefs künftig im Berliner Kanzleramt hängen.

Düsseldorf - Schröder nannte sein Abbild in Gold "ungewöhnlich - aber ich find' es schön". "Die Interpretation überlasse ich anderen", sagte der Ex-Kanzler. Der wegen einer schweren Nervenkrankheit auf den Rollstuhl angewiesene 61-jährige Künstler hatte das im Herbst begonnene Gemälde mit Hilfe seiner Assistenten beendet. Immendorff hatte erklärt, er habe das Porträt aus Hochachtung geschenkt, "weil Schröder der erste Kanzler der Republik war, der sich mit Künstlern beschäftigt hat". Außerdem hege er "Respekt und Freundschaft" für den früheren Kanzler, "der das Eingreifen der Bundesrepublik im Irak verhindert hat".

Bereits im Jahr 2000 sei er sich mit Immendorff einig gewesen, das obligatorische Porträt für die Galerie des Kanzleramtes von ihm malen zu lassen, erzählte Schröder. Die Entscheidung sei auf dem Rückflug während einer gemeinsamen Georgien-Reise "bei Kaffe und Tee" gefallen, erinnerte sich der Ex-Regierungschef schmunzelnd. Nun sei er mit dem Ergebnis, das in Berlin "irgendwann offiziell aufgehängt werden soll", sehr zufrieden. "Aber ich bin mir selten so ehern und so goldig vorgekommen", meinte Schröder zu der ernst blickendenden Kanzler-Ikone. Dass er das 1 Meter mal 1,30 Meter große Werk an das Kanzleramt als Dauerleihgabe weiterreiche, "das hat mit Sparsamkeit zu tun. Mehr muss man dazu nicht sagen!".

Eine Horde Affen

Hinter Schröders Kopf, der von einem großen Oval umgeben ist und von einem stilisierten Bundesadler begleitet wird, tobt eine Horde kleiner Affen. Ob dies die Opposition, den Koalitionspartner oder die eigene Partei zu Amtszeiten darstelle, wollte der Ex-Kanzler nicht sagen. Dazu solle sich der Künstler äußern. Immendorff: "Kein Kommentar, ich lasse der Fantasie des Betrachters freien Lauf."

Die Galerie im Kanzleramt geht auf eine Idee von Helmut Schmidt in den 70er Jahren zurück. Jeder ausscheidende Regierungschef darf sich dafür von einem Künstler eigener Wahl verewigen lassen. Zuletzt hatte Helmut Kohl sein Porträt von der Hand des Leipziger Malers Albrecht Gehse beigesteuert. (tso/dpa)

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