Kultur : SOUNDCHECK

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CD-NEUERSCHEINUNGEN

POP Herbert Grönemeyer

12 (EMI) Selten wurde von einer Plattenfirma ein solcher Wirbel um das neue Album eines Künstlers gemacht und ein virtueller Hochsicherheitstrakt errichtet. Grönemeyer ist Deutschlands bestverkaufender, meistgeliebter Popstar. Daran wird sich durch „12“ nichts ändern, egal, ob die, na klar, 12 Lieder typisch Grönemeyer’scher Prägung den Medienrummel rechtfertigen. Die Nr.1 ist sicher. Peter Radszuhn, Radio Eins

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr

reden vier Popkritiker auf Radio Eins über ihre CDs der Woche. Diesmal:

POP Arcade Fire

Neon Bible (Cityslang)

Das religiöse Pathos passt zu einer Platte, die von Kritikern wie ein Gottesgeschenk gefeiert wird. Die Songs der kanadischen Großformation (live mit bis zu 15 Mitgliedern) entwickeln ungeheure Dynamik und strotzen vor musikalischen Einfällen. Rock’n’Roll als Oper. Es geht um die ganz großen Gefühle: Trauer, Liebe, Hoffnung. Vielleicht nicht das Evangelium, aber ein Segen. Christian Schröder, Tagesspiegel

POP Flowerpornoes Wie oft musst du vor die Wand laufen, bis der Himmel sich auftut? (V2)

Band-Reunion ohne faden „Na, da ist wohl das Geld alle“-Beigeschmack. Elf Jahre nach dem letzten Lebenszeichen lässt Tom Liwa, einziger wirklicher deutscher Pop-Poet, seine Flowerpornoes dort weitermachen, wo sie aufgehört haben. Mal tiefsinnig emotional, mal intellektualistisch überzogen. Angenehmer, rau produzierter Indie-Pop. Jürgen König, Radio Eins

ROCK Lucinda Williams

West (Universal)

Die Schreckensfrau des Alternative Country meldet sich zurück. Tod und zerbrochene Liebesbeziehungen, das sind die Themen von „West“. Williams steht nackt vor uns und redet. Das kann man faszinierend finden oder auch abstoßend. Entziehen kann man sich dieser Tirade aber nur schwer. Auch wenn der schreckliche Kunsthandwerker Hal Willner das Album produziert hat.Andreas Müller, Moderator

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