Staatliche Kulturförderung : Bund zahlt bis zu 140 Millionen Euro mehr für Kultur

1,9 Milliarden Euro sind im Bundesetat 2019 für die Kultur bewilligt. Von den zusätzlichen Geldern profitieren vor allem die Regionen abseits der Großstädte.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bei der Vorstellung des Buchs "Wachgeküsst. 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998-2018".
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bei der Vorstellung des Buchs "Wachgeküsst. 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes...Foto: dpa/Christoph Soeder

Der Etat von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) steigt im 20. Jahr der im Kanzleramt angesiedelten Kulturpolitik um bis zu 140 Millionen Euro auf rund 1,9 Milliarden Euro. Traditionell wurde die Kultur bei der Bereinigungssitzung im Haushaltsausschuss auch für 2019 mit zusätzlichen Geldern bedacht.

Die am Donnerstag bewilligten nachträglichen Mittel fließen diesmal allerdings weniger in die Hauptstadt als in den Vorjahren. „Insbesondere werden Kultureinrichtungen und Projekte in den Regionen jenseits der Metropolen gestärkt“, sagte Grütters. Davon profitieren etwa das Lindenau-Museum in Altenburg, das Buddenbrookhaus in Lübeck oder das Kloster St. Michael in Bamberg. Bis zu 40 Millionen Euro stehen bundesweit für Denkmalschutzmaßnahmen bereit.

Auch die „Initiative Musik“ bekommt mehr Geld. Für Künstler- und Infrastrukturförderung etwa bei Musikclubs stehen jetzt insgesamt bis zu 13 Millionen Euro zur Verfügung. Der Ein-Millionen-Euro-Etat für die Rettung schriftlichen Kulturgutes wird auf bis zu 4,5 Millionen Euro aufgestockt, vorausgesetzt, die Länder finanzieren mit. Gedenk- und Erinnerungsstätten erhalten rund 3,5 Millionen Euro mehr. 29 Millionen Euro mehr werden für das Humboldt Forum eingestellt, besonders für dessen „Entwicklung zu einer internationalen Dialogplattform für globale kulturelle Ideen“, so die Bundeskulturbehörde. Damit verfügt das Humboldt Forum im Eröffnungsjahr über 63 Millionen Euro.

Angekündigt, jetzt abgesegnet: 50 Millionen für Games-Entwickler

Der Ausschuss gab auch Mittel für bereits angekündigte Vorhaben frei. Die Gesamtförderung der Deutschen Welle steigt auf 350 Millionen Euro (33 Millionen mehr). Der neu aufgelegte Games-Fonds zur Förderung von Spieleentwicklung in Deutschland wird mit 50 Millionen Euro finanziert. Für die Digitalisierung im Kultur- und Medienbereich gibt es bis zu 3,5 Millionen Euro zusätzlich.

Die spezielle Förderung von High-End-Serien steigt auf bis zu 15 Millionen Euro; gleichzeitig sind für das „Zukunftsprogramm“ zur Rettung des Kulturorts Kino zunächst bis zu 2 Millionen Euro vorgesehen. Erstmals vom Bund unterstützt werden unabhängige Verlage, mit dem Deutschen Verlagspreis. Kostenpunkt: 1,5 Millionen Euro. Tsp

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