Temporäres Ausstellungsformat : Berliner Galerien gehen gemeinsam online

Atelierbesuche im Live-Stream, tägliche Künstlervideos oder Gespräche: 18 Berliner Galerien bieten auf einer gemeinsamen Plattform eine Woche lang Neues.

18 Berliner Galerien zeigen Neues sowie Werke und Videos aus ihren Archiven.
18 Berliner Galerien zeigen Neues sowie Werke und Videos aus ihren Archiven.Foto: „Not Cancelled“

Wenn „cancelled“ (abgesagt) und „postponed“ (verschoben) die herrschenden Stichworte in den Betreffzeilen sind, fällt eine Mail wie diese auf: „Not Cancelled“ steht über der Nachricht, und sie kündigt ein neues temporäres Format an, das Berliner Galerien eine Woche lang im Internet Präsenz bringt. 

Nicht mit ihrem Online-Auftritt der aktuellen analogen Ausstellung. Sondern mit Inhalten wie Atelierbesuchen im Live-Stream, täglichen Künstlervideos oder Gesprächen, die auf der Plattform zusammenfinden.

18 Galeristinnen und Galeristen wurden von den Initiatoren eingeladen, darunter Wentrup, Lars Friedrich, Tanya Leighton, PSM, Mehdi Chouakri, Neugerriemschneider, Eigen + Art oder Kraupa-Tuskany Zeidler. 

Letztere zeigen etwa Arbeiten ihrer erfolgreichen Künstlerin Anna Uddenberg, laden am 15. April aber auch zu einem Video mit und über Uddenberg und die erzählerischen Skulpturen von Guan Xiao. 

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Dreimal täglich werden von je einer Galerie um 10, 15 und 19 Uhr neue Beiträge mit Bewegtbildern eingespeist. Unter www.notcancelled.art ist das Programm jederzeit abrufbar.

Die Initiative fußt auf einer Idee von Istvan Szilagyi und Jan Winkelmann, für die Realisierung sind die Wiener Digital-Agentur treat.agency und das Berliner Startup Exhibitionary zuständig. Beide stellen ihre technische Kompetenz den Galerien unentgeltlich zur Verfügung. 

„Es geht um zusätzliche Sichtbarkeit“, sagt Winkelmann, der früher selbst Galerist war. Einen ersten erfolgreichen Auftritt gab es Anfang April schon in Wien, wo etablierte Größen wie die Galerie nächst St. Stephan, Croy Nielsen, Emanuel Layr oder Meyer Kainer dabei waren. Schon denkbar, dass diese Plattform einen festen Platz im digitalen Galeriebetrieb bekommt.

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