Thom Yorke, The Black Keys, Die Kerzen : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier PopkritikerInnen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Mit Thom Yorke, The Black Keys, Die Kerzen und Freddie Gibbs & Madlib.

Zucken und Erhabenheit. Thom Yorke.
Zucken und Erhabenheit. Thom Yorke.Foto: Beggars Group

Thom Yorke: Anima (XL/Beggars)

Der größte Unterschied zwischen Thom-Yorke- oder Radiohead-Alben früher und heute: Man weiß jetzt vorher immer schon ungefähr, wie alles klingen wird. Denn natürlich ist auch „Anima“ wieder House-, Ambient- oder Krautrock-grundiert und changiert zwischen hektischem Zucken und Erhabenheit. Die Innovationskraft früherer Jahre ist naturgemäß dahin, aber mit seiner Stimme und diesen Melodien erzeugt Yorke immer noch eine gewaltige gravitätische Kraft. Torsten Groß, Moderator

The Black Keys: Let’s Rock (Warner)

Bei der schieren Masse an Epigonen, die The Black Keys inspiriert haben, noch unverwechselbar zu klingen – das muss man erst mal schaffen. Toll, dass das US-Duo auf „Let's Rock!“ gern in Richtung Funk oder Glam abdreht, wenn die Retrobluesrock-Show zu bräsig zu werden droht. Weniger toll, dass man sich trotzdem fragt, was dieses Album der Bandgeschichte hinzufügt. Julia Lorenz, Musikjournalistin

Die Kerzen: True Love (Staatsakt)

Vier Mittzwanziger aus Mecklenburg-Vorpommern schreiben Lieder über das jugendliche Lebensgefühl in der Provinz. Gitarren, Synthie und Melodien erinnern an den Sound britischer Dream-Pop-Bands aus den Achtzigern, gepaart mit selbstironischen Texten. Keine schlichten Retro-Gags, sondern hübsche Hybridwesen einer sympathischen Ohrwurm-Zucht vom Land. Hannes Soltau, Tagesspiegel

Freddie Gibbs & Madlib: Bandana (Columbia)

Ernsthaft, Madlib und Freddie Gibbs auf einer Platte? Der Jazz-Sample- Papst und der eher niedrigschwellig operierende Gangsta-Rapper? Kann das funktionieren? Sogar sehr gut, wie das 2014 erschienene erste gemeinsame Album „Piñata“ bewies. Auch der Nachfolger liefert geschmackvolle Samples, markige Zeilen und eine Produktion, die an eine Best-of-Platte aus den goldenen Zeiten des Hip-Hop erinnert. Dennis Pohl, Spex

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